Das Dilemma, in dem sich Viele befinden

Vermutlich kennen Sie Frank Meyer, von dem ich Ihnen erzählen möchte, nicht persönlich. Aber das ist auch egal, denn nach dem Lesen dieses Blogbeitrages wird Ihnen sicher klar sein, dass Sie sehr wohl einen Frank Meyer kennen. Vielleicht sind Sie ja sogar selbst einer.

Ok, das mag verwirrend sein. Also lassen Sie mich beginnen:
Frank Meyer ist ein Mittfünfziger, der seit vielen Jahren im gleichen Unternehmen arbeitet. Er hat gute sowie schlechte Zeiten der Firma miterlebt. Frank war ständig an vorderster Front dabei. Doch das wurde ihm selten gedankt und noch seltener erhielt er ein Lob. Und wenn er einmal ein solches zu hören bekam, lautete das meistens: „Gut gemacht. Jetzt aber nicht nachlassen. Wir haben noch so viel zu schaffen!“
Mit den Jahren gewöhnte er sich an den andauernden Druck, den künstlich hochgehaltenen Stress und das unfaire Verhalten der Führungsebenen. Dabei merkte er aber nicht, dass der Stress sein permanenter Begleiter war. Sein Blutdruck erreichte ungeahnte Höhen und immer mehr Nächte wurden zur Qual, weil er nicht mehr ein- und/oder durchschlafen konnte.
Die Stimmung im Unternehmen wurde schlechter und schlechter. Franks Blutdruck stieg und immer seltener bekam er genug Schlaf.

Soll oder darf man so weitermachen?

Er sprach mit seiner Frau. Oder besser, sie redete mit ihm. Ließ ihn in den Spiegel schauen. Sie wies ihn darauf hin, dass er täglich beim Nachhausekommen miese Laune hatte und er zunächst eine Stunde brauchte, um wieder halbwegs auf „Normallevel“ zu kommen. Auch sagte sie: „Du, ich will mit Dir alt werden. Das geht aber nicht, wenn Du nichts an Deinem Leben änderst. Die Firma macht Dich kaputt.“  – „Du hast gut reden“, sagte Frank dann immer zu seiner Frau. Aber im Grunde wusste er, dass sie recht hatte. Doch was sollte er tun? Sie brauchten das Geld, dass er monatlich nachhause brachte. Auch wenn sein Gehalt in den vergangenen Jahren immer mickriger geworden war. So war es dennoch vermeintlich groß genug, ein angenehmes Leben führen zu können.
Als es einmal wieder ganz arg wurde und Frank jede Menge negativem Stress ausgesetzt war, setzte sich der Gedanke endgültig bei ihm fest, dass er etwas ändern musste. So konnte es nicht weitergehen. So durfte es nicht weitergehen. Jeden Tag mit Magendrücken und Qual zur Arbeit zu fahren. Und das noch einige Jahre bis zur Rente. Nein. Das war für Frank zu einem Horrorszenario geworden. Deshalb traf er einen Entschluss.

Es geht auch anders

Diese Entscheidung hat er nicht alleine und auch nicht spontan getroffen. Er hat viel mit seiner Frau gesprochen und auch in sich hineingehört. Aber eines Tages stand sein Entschluss fest: „Ich verlasse dieses Unternehmen. Sch…. was auf die Kohle. Ich will leben. Ich möchte Spaß und Freude am Leben haben. Nicht nur unnötigen Stress. Ich möchte gesund alt werden.“
Da war er gefallen der Entschluss. Und viele Kollegen beneideten ihn, ob seines Mutes. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keinen neuen Job. Doch wie war das noch?

Nur wer wagt, kann gewinnen

Und kurze Zeit später hat Frank Meyer gewonnen. Er bekam trotz seinen fortgeschrittenen Alters einen neuen Job in einem Unternehmen, das seine Leistung anerkennt. Er erhält reichlich Anerkennung und empfindet Achtung der Vorgesetzten. Empfindungen, an die er sich nur ganz dunkel in ferner Vergangenheit erinnern kann. Ja, man behandelt ihn sogar fair. Was für ein tolles Gefühl!

Aber nicht alles ist nun eitel Sonnenschein. Zumindest vermeintlich gibt es den Nachteil, dass Frank nun noch weniger verdient als in der letzten Zeit bei seiner alten Firma. Das ist aber wirklich nur vordergründig ein Nachteil. Denn Frank hat heute wieder Spaß an der Arbeit. Er geht gerne dorthin. Ihm gefällt der Umgang, den seine Kollegen und Vorgesetzten pflegen und er genießt seine Tätigkeit, die er auch ohne unnützen Stress erledigen kann.

Entspannt und ausgeglichen geht es auch

Heute ist Frank ruhig und ausgeglichen. Er kann wieder gut schlafen und auch sein Blutdruck normalisiert sich wieder. Er kommt nicht mehr total genervt von der Arbeit heim, sondern freut sich und lächelt seine Frau an, wenn sie ihm die Türe öffnet.
Das ist Frank heute. Ein entspannter Typ, der zugunsten seiner eigenen Gesundheit und des Allgemeinbefindens, eine Änderung seines Lebens veranlasste. Heute ist Frank zufrieden mit sich, mit seiner Frau, mit dem Job und mit der Welt.

Daher ist Frank für mich ein gelebtes Beispiel für „Work-Life-Balance“. Meine Hochachtung für Frank und seine Frau!
Sie haben verzichtet und dennoch sind sie Gewinner. 



 

Sollte Ihnen das Angebot gefallen, empfehlen Sie es gerne weiter.
Like Button, der nicht nach Hause telefoniert

Ein Kommentar auf “Alles eine Frage der richtigen Lebensweise

  1. Hallo!!
    Endlich habe ich einmal jemanden gefunden, der mir aus dem Herzen spricht!!
    Seit längerer Zeit schlage ich mich/wir uns mit dem gleichen Problem herum. Es ist, als würde mir hier ein Spiegel vorgehalten. Immer wieder rede ich mit meinem Lebensgefährten und versuche ganz vorsichtig ihn daran zu erinnern, was wir uns einmal versprochen haben. Gemeinsam alt werden. Ich denke mal, es braucht einen kleinen oder grösseren Auslöser, um den Mut zu haben, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und der “alten Tretmühle” lebe wohl zu sagen. Ich hoffe für uns und alle Leidensgenossen/innen, dass es dann nicht zu spät ist und die Gelegenheit sich für einen besseren Neuanfang finden wird.
    Vielen Dank für diesen Beitrag und ich drücke dem Autoren die Daumen, dass sich seine Zukunft weiterhin in die positive und gesunde Richtung entwickelt!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.