Corona – Der Landrat und seine Parteifreunde

– Stephan Pusch CDU, Landrat und unermüdlicher Kämpfer gegen Corona

Der Landrat des Kreises Heinsberg, dem westlichsten Kreis Deutschlands, hat sich über die Kreisgrenzen hinweg einen Namen als unermüdlicher Kämpfer gegen das Corona-Virus gemacht. Er war der erste Verantwortliche auf kommunaler Ebene, dem das Corona-Virus durch die ersten Erkrankten in Gangelt, der kleinen Gemeinde im Grenzgebiet zu den Niederlanden, das Äußerste abverlangte.
Er setzt sich in der Tat unermüdlich für das Wohl der Menschen in seinem Verantwortungsgebiet für das Wohl der im Kreis lebenden rund 250.000 Menschen ein.
Dabei schreckt er auch nicht vor unliebsamen Äußerungen in Richtung seiner Parteifreunde der CDU auf Landesebene
zurück. Kürzlich erst kritisierte er den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet und dessen Gesundheitsminister  Karl-Josef Laumann wegen der Fehleinschätzung, des Zauderns und der Falschaussage hinsichtlich des Corona-Virus.

Heute, am 22.03.2020 setzte Herr Pusch noch einen oben drauf und nimmt dabei keine Rücksicht auf seine Parteifreunde in Düsseldorf und Berlin. Denn am Montag, den 23.03.2020 schreibt Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg

2a199150315ff0744fbed0aee4eae669einen Brief an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping mit der Bitte um Hilfe bei der Beschaffung von Schutzkleidung, deren Vorräte im Kreis Heinsberg in den nächsten drei Tagen zu Ende gehen würden. Gleichzeitig schlug er eine Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Wuhan in China und der Stadt Heinsberg vor

Eine Antwort ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Denn eine solche Chance lässt sich keine chinesische Regierung entgehen.  Und so verwundert es nicht, dass der Generalkonsul Chinas Herrn Pusch noch heute Nachmittag angerufen hat und ihm zugesichert wurde, dass China das tun werde, was es tun können. Stephan Pusch solle seine Material-Wünsche nur per Fax und Email weiterleiten.

Die Nachricht, dass der widerborstige Landrat aus dem kleinen Kreis Heinsberg sich an China gewandet hat, muss in der Düsseldorfer Staatskanzlei wie ein Meteorit eingeschlagen sein, dessen Druckwellen man wohl bis ins Konrad-Adenauer-Haus im noch ferneren Berlin gespürt hat.
Stephan Pusch hat den gerade auf einer Erfolgswelle schwimmenden Armin Laschet, der allzu gerne CDU-Vorsitzender und Kanzlerkandidat seiner Partei werden würde, mit diesem einen Brief von seiner Sympathie-Welle geschubst. Der Landrat hat in seiner Not den ‘Klassenfeind’ um Hilfe gebeten. Offensichtlich fehlt ihm in der gegenwärtigen Krise um das Coronavirus das Vertrauen in die Landesregierung um Armin Laschet sowie, und das wiegt noch viel schwerer, auch in die Bundesregierung um Angela Merkel und ihren so hochgelobten Gesundheitsminister Jens Spahn.
Ich rechne dem Landrat sehr hoch an, dass er sich nicht auf parteitaktische Spielchen und auf Nibelungentreue zur Partei  eingelassen hat, sondern lediglich zum Wohl der Menschen in seinem Verantwortungsgebiet handelte. Wie groß muss seine Not gewesen sein und wie sehr muss er sich von seinen Parteifreunden im Stich gelassen gefühlt haben, um sich an die chinesische Regierung zu wenden. Ist das nicht ein Offenbarungseid für die Herren Laschet, Laumann  und Spahn? Nicht zu vergessen, der Minister für besondere Aufgaben Helge Braun sowie die Chefin Angela Merkel höchstpersönlich. Haben dieses Politiker den Kreis Heinsberg allesamt vergessen? 

Leider bleibt zu befürchten, dass sich Herr Laschet und erst recht Frau Merkel nur einmal kurz schütteln und dann so weiter machen werden. Eine deutliche Besserung der Versorgung mit Schutzausrüstung erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Angela Merkel  hat noch gestern von der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg gesprochen. Warum versucht sie, dem Corona-Virus ausschließlich mit Geld Herr zu werden? In einer solchen Krise muss man über seinen Parteischatten springen und an den zentralen Positionen Personen platzieren, die fachlich perfekt geeignet sind. Der aktuelle Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist von Hause aus Wirtschaftswissenschaftler. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat Humanmedizin an der RWTH Aachen und der University of Texas at San Antonio studiert. Im Anschluss absolvierte er ein Studium der Gesundheitsökonomie und der Epidemiologie an der Harvard Medical School. 

Wer glauben Sie, ist im Allgemeinen und in der jetzigen Situation im Besonderen für den Posten des Bundesgesundheitsministers besser geeignet? Herr Spahn oder Herr Lauterbach?

Und noch eine Glaubensfrage: Glauben Sie, dass Angela Merkel mit dem Hintergrund der Corona-Krise ihr Kabinett umbildet und Köpfe einsetzt, die den besonderen Anforderungen durch das Virus besser gewachsen sind?





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