Corona – Fragen, die noch nicht gestellt wurden

 – Fragen zu Behauptungen und Fakten 

In der aktuellen Corona-Krise erleben wir keinen Tag, an dem es keine neuen Behauptungen, Fakten oder Meinungen von Politikern gibt, die offensichtlich über Nacht einen Schnellkurs in Epidemiologie  absolviert haben. Auch Wirtschaftswissenschaftler unterschiedlicher Ausprägungen melden sich mit schöner Regelmäßigkeit zu Wort. Dabei werden diese nicht müde, vor den dramatischen Folgen des Shutdowns für die Wirtschaft zu warnen. 

Doch was die genannten Personen der Öffentlichkeit so mitteilen, wirft leider aber auch die eine oder andere Fragen zur Sinnhaftigkeit oder zumindest zum Verständnis auf. Hier einige Beispiele. 

  • Jens Spahn, CDU Bundesgesundheitsminister am 29.03.2020:  
    “Wir haben etwa vor zwei Wochen die Kliniken aufgefordert, planbare Operationen zu verschieben und das führt, Stand heute Abend, dazu, dass fast die Hälfte der Intensivbetten in Deutschland frei ist. Das heißt also, wir bereiten uns bestmöglich vor auf das, was da kommen kann.”  Quelle: ZDF – heute.de
    Smilie mit Fragezeichen Fast die Hälfte der Intensivbetten ist frei, weil man verschiebbare Operationen abgesagt hat. Doch das bedeutet, wenn man davon ausgehen darf, dass die meisten Eingriffe medizinisch indiziert sein dürften, vor allem eine Verlängerung der Leidenszeit für kranken Menschen. Und das nur, weil es eventuell zu einer Verschärfung der Corona-Krise kommt, die mehr Intensivbetten erfordern würde. Auf diese Art werden Patienten gegeneinander ausgespielt. Wobei Corona-Patienten eindeutigen Vorrang vor ‘normalen’ Kranken haben werden. 
    Smilie mit Fragezeichen Wenn aktuell viele Operationen abgesagt werden, bedeutet dies ja nicht, dass diese nicht mehr durchgeführt werden müssen. Sie werden halt nur später erfolgen und mit jedem Tag, der vergeht wird der Berg der aufgeschobenen operativen Eingriffe größer. Ein immenser Rückstau wird sich so für die Zeit nach Corona aufbauen. Oder bedeutet ‘verschieben’ in den Augen des Herrn Spahn einfach nur ‘unnütz’?
    Smilie mit Fragezeichen Und fast hätte ich es vergessen. Toll, wir haben  in Deutschland eine Menge zusätzliche Intensivbetten ‘geschaffen’. Hat Herr Spahn auch daran gedacht, mehr medizinisches Personal zu ‘erschaffen’? Ärzte und Pflegepersonal liefen doch schon vor der Krise auf dem Zahnfleisch.
  • Olaf Scholz, SPD Bundesfinanzminister am 29.03.2020
    “Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, eine technische Plattform zu entwickeln, die das möglich macht, dass Viele freiwillig an einer Handyortung teilnehmen können. Ich gehe davon aus, dass das so ziemlich jeder machen würde.” Quelle: ZDF – maybrit illner spezial
    Smilie mit Fragezeichen Aus welchem Grund macht Herr Scholz eine solche Aussage? Woher will er denn wissen, dass die Mehrheit freiwillig ihr Smartphone ausspionieren lassen würde? 
    Smilie mit Fragezeichen Vor allen Dingen aber auch, warum? Weshalb sollen wir Externen freiwillig Zugang zu unseren Handys erlauben? Ich sehe da keinen Sinn. Zu Beginn der Infektionswelle durch Corona mag es ja noch sinnvoll gewesen sein, die Kontakte eines Erkrankten aufzuspüren, um die Infektionskette zu unterbrechen. Doch mittlerweile ist die Zahl der Infizierten derart hoch, dass die Behörden wohl kaum in der Lage sein dürften, die Kontakte aller Kranken zu überprüfen. 
    Smilie mit Fragezeichen Oder will Herr Scholz dem Herzensprojekt von Herrn Schäuble der ‘Vorratsdatenspeicherung’ ans Licht der Welt verhelfen?
  • Markus Söder, CSU  Ministerpräsident Bayern am 30.03.2020 
    “Es ist keine Zeit für einen vorschnellen Exit oder eine Debatte darüber. – Wer zu früh aufsteht, riskiert einen massiven Rückfall.”
    grenzdebile Bayern?
  • Armin Laschet, CDU Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen am 29.03.2020
    Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch.” Quelle: Welt am Sonntag
  • Angela Merkel, CDU Bundeskanzlerin am 27.03.2020
    “Ich will sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen” Quelle: Tagesschau.de
    Smilie mit Fragezeichen Vergleicht man die Aussagen von Frau Merkel vom 27.03.2020 mit denen des Herrn Laschet, stolpert man sofort über den gegensätzlichen Inhalt. Der Eine will reden, die Andere nicht. Gut, wir leben in einer Demokratie, das ist es legitim, eine andere Meinung zu haben. Aber wir leben auch in einer weltweiten gesundheitlichen Krise. Sollte da nicht mit ‘einer Stimme’ gesprochen werden? Insbesondere, wenn  besagter Ministerpräsident und Möchte-Gern-Kanzler- sowie Parteivorsitz-Kandidat  genau wie die Bundeskanzlerin der gleichen Partei angehört. Kann es sein, dass es bei einer solchen Aussage nur im die eigene Darstellung geht?
  • Armin Laschet, CDU Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen am 30.03.2020
    Smilie mit Fragezeichen Der Ministerpräsident besuchte am 30.03.2020 öffentlichkeitswirksam das Klinikum der RWTH Aachen, um bei der Eröffnung der ersten “virtuellen Klinik” in Deutschland  zugegen zu sein. Leider hatte er als einzige der anwesenden Personen seinen Mundschutz nur bis unterhalb der Nase angelegt. Dies belegt das  bei dem Besuch entstandene Video. Der PR-Termin in der Uniklinik Aachen wurde dadurch wohl zu einem Schuss, der nach hinten losging.  Quelle: Bild.de
    Smilie mit Fragezeichen Ab dem kommenden Montag darf man in Thüringen, genauer der Stadt Jena nur noch mit Mundschutz in den Supermarkt. Dürfte Herr Laschet mit seiner eigenwilligen Tragemethode des Mundschutzes einen Supermarkt in Jena betreten? 
  • Hildegard Müller, Präsidentin des VDA (Verband der Automobilindustrie)
    Wir machen uns Sorgen um die Arbeitsplätze und die Zukunft.” Quelle: ARD Morgenmagazin / Focus.de
    Smilie mit Fragezeichen Zukunftsängste sowie Angst um ihren Arbeitsplatz haben derzeit viele Menschen. Und da die deutsche Autoindustrie den Anschluss an die allgemeine technische Entwicklung im Hinblick auf eine nachhaltige Zukunft verpennt hat, sind deren Ängste nur allzu gut verständlich. Corona ist da nur ein Nebenkriegsschauplatz. 
  • Ralph Brinkhaus, CDU  am 27.03.2020
    …Aber es wäre schön, wenn alle (Ministerpräsidenten) zum gleichen Zeitpunkt die gleiche Linie vetreten.” Quelle: ZDF heute.de
    Smilie mit Fragezeichen was heißt hier, ‘es wäre schön’? Ist eine einheitliche und enge Zusammenarbeit zur Bekämpfung dieser aktuellen Krise nicht zwingend erforderlich. Zudem sollte dies unter so genannten SpitzenpolitikernInnen in Reihen der Ministerpräsidenten und im Bundestag wohl selbstverständlich sein. Offensichtlich ist dem aber nicht so, sonst würde der CDU-Fraktionschef im Bundestag solche Worte wohl nicht wählen müssen. 
    Smilie mit Fragezeichen Wenn es schon auf Länderebene nicht funktioniert, zu kooperieren. Wie sollte dies in Europa möglich sein. Einer EU, die inklusive ihrer Führungsriege mit der aktuellen Situation vollkommen überfordert scheint. 
  • In Italien und Spanien steigen die Zahlen der Neuinfektionen und die der an Covid 19 Verstorbenen nicht mehr so stark an. Das sind sicherlich die Auswirkungen der Ausgangssperren und Kontaktverbote. 
    Smilie mit Fragezeichen Was geschieht aber, wenn die Reglementierungen diesbezüglich gelockert werden? Steigen dann diese Zahlen nicht wieder rasant an?
Und zu guter Letzt noch zwei Sprüche des wohl unfähigsten, dümmsten und selbstherrlichsten US-Präsidenten, den diese Welt je gesehen hat und hoffentlich auch gesehen haben wird:

  • Donald Trump, US Präsident am 30.03.2020
    “Wenn es gelingt, die Todeszahl durch Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht.” Quelle: wz.de
    Smilie mit Fragezeichen Dieser Mensch, dessen Tellerrand dem Umriss eines Dollarscheines gleicht, behauptet doch allen Ernstes, dass alle gute Arbeit geleistet haben, wenn es ‘nur” 100.000 Tote durch das Corona-Virus gibt. Er redet von 100.000 sterbenden Menschen, von einer Mehrzahl derer als Familienangehörige und Freunde, wobei er allen Ernstes sagt, dass 100.000 Tote gut sind. 
  • “Ich kenne Südkorea besser als jeder andere. (…) Wissen Sie, wie viele Menschen in Seoul sind? Wissen Sie, wie groß die Stadt Seoul ist? 38 Millionen Menschen. Das ist größer als alles, was wir haben.” Quelle: t-online.de
    Smilie mit Fragezeichen Ok, um es vorweg zu nehmen. Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, hat keine 38 Millionen, sondern ‘lediglich’ 9,7 Millionen Einwohner. Südkorea-Kenner Donald Trump scheint bei seiner ‘Internetrecherche’, die bei ihm intellektuell auf die Google-Suche beschränkt sein dürfte, das ‘m‘ hinter 38 auf Millionen bezogen zu haben. Hätte er den Satz in Wikipedia zu Ende gelesen, dann wäre selbst ihm aufgefallen, dass mit diesem ‘m‘  Meter über NN gemeint ist. Seoul liegt nach einhelliger Meinung führender Geographen auf einer Höhe von 38 Metern über dem Meeresspiegel. Dies ist dem ‘best President ever’ wohl entgangen. 

Ich werde diese Liste bei Bedarf noch weiter vervollständigen. Fragen kommen sicherlich noch weitaus mehr auf.
Gerne dürfen Sie diesen Beitrag auch mit weiteren Fragen oder gar Antworten kommentieren. 

 

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