Der Doppelpaul

oder heitere Geschichten aus dem Leben von Paul P.

In Kürze erscheint mein zweites Buch.
Es wird unter folgenden ISBN
978-3-7469-6819-3 (Paperback)
978-3-7469-6820-9 (Hardcover)
978-3-7469-6821-6 (e-Book) erhältlich sein.

Hier eine kurze Leseprobe zum Einstimmen:

Der erste gemeinsame Grillabend in der neuen Siedlung war dann auch die logische Konsequenz. Es gab eine Menge Salate, die hauptsächlich von den Frauen aus der Nachbarschaft zubereitet worden waren. Das Grillgut, die Kohle, die Grills und die Getränke wurden natürlich von den Männern besorgt. Einem feucht fröhlichen Männerabend mit weiblichen Salaten konnte also nichts im Wege stehen.

Der Abend an sich verlief auch vollkommen unspektakulär. Eigentlich so, wie jedes Grillfest unter Nachbarn in Deutschland. Zunächst saßen alle in kleinen Grüppchen, in erster Linie immer die unmittelbaren Nachbarn zusammen und unterhielten sich. Mit fortschreitender Abendstunde sanken die Hemmschwellen, nicht zuletzt auch, weil der Alkoholspiegel unproportional stark anstieg.

So kam es, dass Greta Grünspan und ihr Mann Gernot einen heißen Tanz auf dem Gartentisch von Nachbar Wolfgang Weber (es gibt sie noch, die Menschen mit den langweiligen Namen) vorführte. Hilde Hundertmark, eine entfernte Verwandte meines damaligen Chefs Wilmar Hundertmark, schaffte es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. So war sie gezwungen, drei Grillwürstchen, ein Steak, drei Caipirinha, zwei Pina Colada und zwei Hugo in den neu gepflanzten Rhododendron von Blumenliebhaber Florian Frauenschuh zu legen. Was Florian Frauenschuh so erboste, dass er Hilde Hundertmark eine Schnapsdrossel nannte. Das wiederum konnte und wollte Heinz Hundertmark, der Ehemann von Hilde nicht auf sich beruhen lassen.

„Statt auf anderer Leute Frauen herumzuhacken, solltest Du lieber mal auf Deine Holde aufpassen.“

„Was willst Du damit sagen, Mann einer Trinkerin?“

„Ist Dir eigentlich aufgefallen, was Deine Viola den lieben langen Tag so alles treibt? Sie soll sich ja häufiger ein Ei oder etwas Mehl für einen Kuchen bei Nachbar Kimmo Holtimainnen auszuleihen.“

Den Dialog an dieser Stelle weiter wiederzugeben, würde zum einen den Rahmen sprengen und zum anderen mit der Beschreibung von Gewaltszenen einhergehen.

Daher wenden wir uns zwecks Abrundung der Darstellung gemeinschaftlicher und nachbarschaftlicher Aktivitäten dem Tag nach dem Grillfest zu.

Hilde Hundertmark war an diesem Tag nach dem Grillfest nicht zu sehen. Gerüchten zufolge lag sie zusammengekauert in der Gästetoilette und soll ernsthaft in Erwägung gezogen haben, aus dem Leben scheiden zu wollen.

Florian Frauenschuh verbrachte die folgenden sechs Tage im Krankenhaus. Nicht etwa, weil Heinz Hundertmark so fest zugeschlagen hätte. Sondern vielmehr, weil Florian beim Versuch, seinen Rhododendron zu säubern und bedingt durch den abendlichen Alkoholkonsum, kopfüber in seinen geliebten Zierstrauch kippte. Dabei rammte er sich einen Zweig ins Auge, was sich innerhalb weniger Minuten vollkommen schloss. Und als ob dies nicht reichen sollte, schlug er mit dem Hinterkopf auf dem Findling auf, den er unglücklicherweise direkt neben seinem Pflänzchen platziert hatte. Eine große Platzwunde war die Konsequenz und ein Besuch im Krankenhaus angesagt

Wolfgang Weber, den Mann mit dem betanzten Tisch, traf es besonders hart. Als dieser zu seiner Frau sagte, dass ihm die Spontanität in ihrer Beziehung fehle und er liebend gerne auch einmal mit seiner angetrauten Wilhelmine auf dem Tisch tanzen wolle, antwortete diese ihm: „Weißt Du was? Du kannst ab sofort mit den Mäusen auf dem Tisch tanzen. Ich gehe zu meiner Mutter, du Perversling, du.“

Kimmo Holtimainnen, der freundliche finnische Nachbar, war der einzige, der diesen Grillabend unbeschadet überstand. Er lieh der Frau von Florian Frauenschuh auch in Zukunft diverse Zutaten für ihr Backwerk und den anderen Frauen aus der Nachbarschaft, was diese so begehrten.

Sie sehen, wenn man all die Widrigkeiten beim Hauskauf, dem Aus- und Umbau sowie Nachbarschaft übersteht, dann kann man auch ein glücklicher Eigenheimbesitzer sein.






 

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