Esther Gille – NOVEMBERKIND

Buchtipp Nr. 353

Esther Gille – NOVEMBERKIND

„…Was liegt zwischen Leben und Tod? Die Depression. Das zu früh verstorbene innere Dasein. Das gequälte, verlorene, hilfsbedürftig leidende und alleine gelassene innere Kind. Das Kind, welches mich dereinst ins Leben zurückholen würde. Ein Wesen, von dem ich noch nichts ahnte. Was blieb, war ein funktionierendes Existieren. Eine Art Selbstläufer. Nicht mehr fühlen, stumm und taub, keine Selbstliebe mehr. Selbst der Selbsthass war mir abhandengekommen. Die Eigenverantwortung hatte ihre Verantwortung aufgegeben. Warum soll sie sein, wenn doch nichts mehr ist? Wenn alles zerfällt. Sich auflöst, als wäre es nie gewesen.“

Eine dramatische Retrospektive: Die Willenskraft einer Frau die sich, trotz Schwierigkeiten und trauriger Vergangenheit, professionell verwirklicht. Sie schafft eine psychoanalytische Analyse ihres Lebens und zeigt uns, dass maladaptive Lebensschemata überwunden werden können und dysfunktionale Bewältigungsstile revidierbar sind. Alle Mitglieder einer Familie sind durch emotionale Bande miteinander verknüpft. Sind diese Verbindungen gestört, kann dies zu psychischen Problemen oder Krankheiten bei einem oder mehreren Mitgliedern der Familie führen. „…Hab das Fraglose infrage gestellt. Suchte die Wirklichkeit hinter der Wahrheit. Aber gab es denn überhaupt eine? Ja, das schon. Es gab Mutters Wahrheit und die meine – wo war der Konsens? 

Ich hatte mir den höchsten akademischen Titel in Deutschland erarbeitet… Dort stand geschrieben: Nachdem die Inauguraldissertation vorgelegen hat und mit der Note „Sehr gut“ bewertet wurde und alle übrigen Dissertationsleistungen erfüllt wurden, erteilt die Medizinische Fakultät der Universität Düsseldorf Ihnen den Grad eines Doktors der Medizin. Wie aber ging es mir? Ein ganz kurzes Empfinden von Freude war da. Sonst nichts. Ich saß auf einem Stuhl. Ferner von mir denn je. Nur einen Gedanken im Kopf: Alles, was zu leisten war, hast du nun hinter dir. Jetzt kannst du Abschied nehmen. Ich verspürte die große Sehnsucht in mir, einfach für immer sitzen zu bleiben.“

Ein mutiger, autobiografischer Roman.

NOVEMBERKIND
Esther Gille scaled

Esther Gille

wurde im November 1948 in Basel geboren und zur Adoption freigegeben. In ihrer in der Schweiz verbrachten Kindheit erlebte sie schwere psychische und physische Gewalt. Bereits depressiv, zog sie mit 18 Jahren mit ihrem Mann und dem Sohn nach NRW. Die Ehe zerbrach. Ihren erlittenen Traumatisierungen begegnete sie mit dem Mut zur Veränderung. Nach ihrer Scheidung studierte sie Medizin an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf mit nachfolgender Promotion. Während ihrer Assistenzarztausbildung arbeitete sie als Oberärztin in der Gastroenterologie. Infolge ihrer therapieresistenten Depressionen wurde sie auf Dauer berufsunfähig.
Mit 70 Jahren entschloss sie sich zu einem überlebensnotwendigen Aufenthalt in einer psychotherapeutischen Klinik.
Im Rahmen der nachhaltig erfolgreichen Therapie schrieb sie ihr Buch “NOVEMBERKIND”.

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2 Gedanken zu „Esther Gille – NOVEMBERKIND

  1. Einzigartige, liebenswürdige, sehr gelungene und hoch erfreuliche Leistung von Herrn Lauterbach.
    Er ist meine absolute Empfehlung !
    Ich bedanke mich von Herzen
    Dr. Esther Gille

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