Glyphosat ist in allen Medien zum Top-Thema aufgestiegen

Spätestens durch den Alleingang des Herrn Schmidt (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft) in Brüssel ist der Aufschrei riesengroß. Zurecht oder unberechtigt. Das fragen sich zurzeit viele Menschen in Deutschland.

Aber schauen wir uns zunächst einige Fakten an

  • Die Firma Bayer hat den Hersteller von Glyphosat, den US-Giganten „Monsanto“, für 66 Milliarden Dollar, das sind mal eben rund 55 Milliarden Euro, übernommen. Das Geschäft soll zum Anfang 2018 abgeschlossen sein
  • Glyphosat-Umsatz in 2015 etwa 8 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro)
  • Der Etat des Bundesgesundheitsministeriums liegt 2017 bei etwas 15 Milliarden Euro. Der des Ministeriums von Herrn Schmidt beläuft sich für 2017 auf gute 6 Milliarden Euro
  • Beschäftigte Bayer zirka 115.000 weltweit und Monsanto hat rund 21.000 Mitarbeiter weltweit auf der Payroll
  • Rund 275.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland

Wer glaubt angesichts dieser Fakten an ein Glyphosat-Verbot?

Doch wohl niemand, der ehrlich genug zu sich selbst ist und die Begriffe „Marktwirtschaft“ und „Lobbyismus“ kennt. Denn bei dem Entscheid des Herrn Schmidt, der im Übrigen von langer Hand vorbereitet worden sein soll, waren eindeutig ökonomische Aspekt gefragt. Umwelt und Gesundheit stehen da ganz einfach hinten an. Schließlich ist ja nicht zweifelsfrei erwiesen, dass Glyphosat krebserregend ist. Aber selbst beim Rauchen streiten sich die Gelehrten ja immer noch. Wenn dann auch noch Studien von industrienahen Forschern veröffentlicht werden (siehe Süddeutsche Zeitung), die Glyphosat als den „Heilsbringer“ bewerten. Wie kann dann ein Bundesminister, der nicht nur die Chemie-Industrie sondern auch noch die heimischen Bauern im Nacken hat, anders als mit Zustimmung entscheiden?

Richtig. Er muss mit „Ja“ stimmen

Dumm nur, dass der Zeitpunkt der Abstimmung in eine politische Un-Zeit fiel. So geschah es, dann dem Herrn Schmidt Glyphosat vor die Füße fiel. Doch sind wir einmal ehrlich. Abgesehen von den eventuell betroffenen Arbeitsplätzen mit denen Bayer drohen wird und den Aber-Millionen an Aktionärsanteilen. Was ist denn noch in die Waagschale Pro zu werfen?

  • Die Mehrheit der Kunden des deutschen Lebensmittel-Marktes will Discount-Ware. Das Motto „Geiz ist geil“ geistert immer noch durch unsere Köpfe. Selbst oder besonders dann, wenn wir Lebensmittel einkaufen. Den Salat kaufen wir lieber bei Aldi&Co. Der neue Pullover oder die schicke Winterjacke müssen da schon Marke sein. Diesen Anspruch hilft Glyphosat zu befriedigen. Es macht die Produktion von Lebensmittel preiswert. Ob es krank macht, das wissen wir ja nicht. Also gilt da zunächst die Unschuldsvermutung. Ganz wie im Strafrecht. Da bist Du auch erst straffällig, wenn man es Dir nachgewiesen hat und Du verurteilst wurdest.
  • Insektensterben – dieser Begriff geisterte im Sommer dieses Jahres durch alle Medien. Komisch nur, dass die kleinen Biester erst jetzt sterben. Jetzt, wo wir doch viel umsichtiger mit der Natur sind und viele Insektizide aus der Vergangenheit schon längst verboten sind. Glyphosat ist das heutige Mittel der Wahl. Böse Verleumdung, wenn man da einen Zusammenhang zum Insektensterben sieht.
  • Abgesehen davon, dass im Laufe der Zeit mehr und mehr Unkräuter resistent gegen Glyphosat werden und damit dessen Einsatz ohnehin bald Geschichte sein dürfte. In den nächsten fünf Jahren muss dann halt noch soviel Kohle wie möglich gemacht werden. Irgendwie müssen sich der 55 Milliarden Euro-Invest rechnen.
  • Genau wie bei der Feinstaubbelastung in den Innenstädten. Aktuell wird in diesem Zusammenhang die Sau „Dieselauto“ durchs Dorf getrieben. Doch wer hebt den Finger und zeigt auf die vielen Pelletheizungen und Holzöfen, die tausendmal mehr Feinstaub auswerfen als eine Gasheizung? Niemand. Klar. Ist ja auch viel einfacher so, wie es aktuell gemacht wird.

In diesem Sinne

Weiteres fröhliches Sprühen. In Tateinheit mit dem Verklappen von Gülle auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen, kriegen wir das Vergiften der Natur schon hin. Ein Hoch auf die deutsche Landwirtschaft, die nach staatlicher Hilfe rufen werden wird, wenn die Böden endgültig kaputt sind und dort kein Halm mehr wachsen will. Oder wenn das Gießen mit Grundwasser den Einsatz von Gülle überflüssig macht, weil der Nitratgehalt des Wassers dasselbe zu einem Dünger macht.

Wohlgemerkt

Dieser Text soll keine Zustimmung für den Entscheid des Ministers darstellen. Ganz im Gegenteil. Ich finde es halt nur befremdlich, dass das Geschrei so groß war und sich alle Welt über den Herrn echauffierte. Aber nichts geschah und das interessiert heute kaum noch. Dieser Umstand bereitet mir persönlich große Sorge. Es wird einfach ausgesessen und niemand kümmert es.

Doch es geht um unsere Gesundheit. Um unser Wohlergehen. Wann stehen wir endlich auf und erheben unsere Stimme gegen Willkür und Lobbyismus?



 

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2 Kommentare auf “Glyphosat – was steckt hinter der Entscheidung des Herrn S.

  1. Politik war immer schon schmutzig. Heute verhält man sich nur unerschrockener. “Was solls!” denkt sich der feine Herr. Ihm geschieht doch eh nix.

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