Mit Upwork nur sehr eingeschränkt möglich

Internetmillionär werden? Kein Problem!

Mit einigen wenigen Tipps und Tricks ausgestattet, wird man in Nullkommanix reich. So oder so ähnlich versprechen es endlose viele eBooks, Webseiten und Webinare. Die meisten von denen sind in riesigen Lettern und knallbunt aufgemacht. Sie erinnern verdächtig an die deutsche Boulevardpresse. Nicht zu unrecht. Denn wie die einschlägig bekannten Blättchen der Printmedien, nehmen es auch die Gestalter der neuen Medien mit der Wahrheit nicht so ganz ernst. Da steckt in aller Regel etwas anderes dahinter. Nämlich mit vermeintlich kostenlosen Angeboten, an das Geld Ahnungsloser zu gelangen, die schnell mal eben eine Million machen wollen. „Hubert S. hat es doch auch geschafft. Das steht doch so hier im Internet“. Oder „Er hat es doch selbst in diesem Webinar „Wie ich die erste Million schaffe“ gesagt“.

Gut. Sie sind natürlich keiner dieser Leichtgläubigen und würden niemals ein „Wie werde ich Millionär“-eBook herunterladen oder an einem „So schaffst auch Du das!“-Webinar teilnehmen. Aber Sie würden sich vielleicht bei Upwork registrieren, um dort den ein oder anderen Dollar zu verdienen.

Womit wir auch schon mitten im Thema wären. Denn die Plattform, die Auftraggeber mit Auftragnehmern zusammenbringt und sich Upwork nennt, rechnet in US-Dollar ab. Das ist wichtig. Denn sollten Sie geneigt sein, den einen oder anderen Text gegen Bezahlung schreiben zu wollen, macht es schon einen bedeutenden Unterschied, ob Sie US-Dollar oder Euros auf Ihrem Konto haben werden. Aber dies sei nur am Rande erwähnt. Viel wichtiger ist mir die Tatsache, dass man mit Upwork nicht reich werden kann. Selbst sein Auskommen kann man mit den niedrig dotierten Aufträgen nicht sichern. Die Bezahlung durch die Auftraggeber liegt an sich schon an der Untergrenze zur Schamlosigkeit (z.B. ein Dollar-Cent je geschriebenem Wort). Hinzu kommt dann aber noch die Provision von zwanzig (29) Prozent, die Upwork einstreicht.

Dieses Beispiel soll den Umstand verdeutlichen:

Für ein eBook, wofür es viele gleichgelagerte Beispiele gibt, bekommt Autor X 40 US-Dollar (4.000 Wörter je ein Cent). Von diesen 40 Dollar streicht Upwork 8 Dollar (20%) Provision ein. Was nach Adam Riese eine Vergütung von 32 US-Dollar ausmacht. Umgerechnet sind dies nach aktuellem Kurs 28,63 €. Wenn Sie dann noch Steuer-ehrlich arbeiten, müssen Sie diesen Ertrag noch versteuern. Rechnen Sie selbst für sich aus, ob Sie sich für diesen Stundenlohn an den Rechner setzen wollen. Irgendwer verdient an diesem Konzept. Wer mehr oder weniger, das kann ich nicht eindeutig bestimmen. Der Autor gehört aber nicht zu den Gewinnern und schreibt für einem Hungerlohn.

Ich persönlich habe mir fest vorgenommen, keine Discount-Angebote mehr anzunehmen und gebe jedem potenziellen Auftraggeber, der mit solch einem unmoralischen „Ein-Cent-Je-Wort-Angebot“ auf mich zukommt, das oben aufgeführte Rechenexempel zur Antwort. Gekoppelt an die Frage, ob er, der Auftraggeber, für diese Frechheit arbeiten würde. Antworten bekomme ich dann keine mehr. Aber das ist auch gut so. Denn auf, meiner Ansicht nach, sittenwidrige Angebote und deren Ersteller kann ich liebend gerne verzichten.

Sollten Sie also nur um des Schreibens willen, einen solchen Auftrag bei Upwork annehmen wollen, so ist das ok. Zum Geldverdienen kann ich nur sagen:

Finger weg! Da verdienen nur andere. Aber nicht Sie!

Übrigens:

Da ich seit einigen Tage keine Angebote nicht mehr angenommen habe, wurde mein Profil seitens Upwork von „public“ auf „private“ gesetzt. Potenzielle Auftraggeber können mich nun nicht mehr finden. Aber da hat Upwork auch direkt eine, ach nein, drei Lösungen für mich parat:

  1. Ich solle einfach nur einen Auftrag annehmen und warten, bis dieser bezahlt ist
  2. Ich solle mich für eine Freelancer Plus Mitgliedschaft eintragen. Diese kostet übrigens „nur“ zehn Dollar pro Monat
  3. Ich solle mich innerhalb von dreißig Tagen mit dem Kundenservice in Verbindung setzen

Toll! Keine dieser Möglichkeiten ist für mich akzeptabel. Verdiene  ich halt nichts mit Upwork. Was ich aber in der jüngeren Vergangenheit eh nicht mehr getan habe, weil mir meine Schreiberei mehr wert ist, als sie nahezu kostenlos an irgendwelche Halsabschneider abzugeben.

Da gebe ich sie doch viel lieber Ihnen. Und das vollkommen kostenlos und ohne jedwede Verpflichtung für Sie.



 

Sollte Ihnen das Angebot gefallen, empfehlen Sie es gerne weiter.
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