Karl Plepelits – Das Auge sieht den Himmel offen

Buchtipp Nr. 332

Karl Plepelits – Das Auge sieht den Himmel offen

– Das Auge sieht den Himmel offen – sag, stammt dieses Zitat nicht von Schiller?

– Genau. Aus dem Lied von der Glocke. Gemeint ist der ersten Liebe goldne Zeit.

– Aha. Also im übertragenen Sinn. Das heißt, der Gottesmann, von dem hier die Rede ist, der ist verliebt …

– Na, und wie! Und in wie viel Frauen!

– Und sieht dabei den Himmel offen, klar.

– Du, er sieht den Himmel sogar wirklich offen.

– Was du nicht sagst. Aber hat da nicht schon einmal einer den Himmel wirklich offen gesehen? Und daraufhin hat man ihn gesteinigt?

– Klar. Der heilige Stephanus. 

– Und unser verliebter Gottesmann, der sieht den Himmel auch wirklich offen und wird gesteinigt. Ja?

– Na ja, so ähnlich. Halt im übertragenen Sinn. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert. Übrigens nicht allein wegen seiner pikanten Frauengeschichten …

– Oho, pikante Frauengeschichten? Der Herr Gottesmann?

– Ja, ja. Sondern auch, weil er – angeblich – der Kirche untreu geworden ist und sich dem Heidentum verschrieben hat. Für seine “Steiniger” klarerweise ein himmelschreiender Skandal.

Das Auge sieht den Himmel offen
Karl Plepelits scaled

Karl Plepelits

Geboren 1940 in Wien, wuchs Karl Plepelits in Melk an der Donau auf, besuchte das Gymnasium im berühmten Benediktinerstift Melk, studierte Klassische Philologie, Alte Geschichte und Anglistik in Wien und Innsbruck, plagte Schüler mit Latein, Griechisch und Englisch, vertrat die Österreichische Akademie der Wissenschaften als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Thesaurus linguae Latinae in München, leitete Reisende in alle Welt (oder auch in die Irre), veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel auf dem Gebiet der Latinistik, Gräzistik und Byzantinistik, übersetzte griechische Romane der Antike und des Mittelalters (erschienen im Hiersemann Verlag, Stuttgart). Und angeregt durch einige von ihnen, die unglaublich spannend und ergreifend sind, widmet er sich seit Jahrzehnten auch dem aktiven Literaturschaffen.

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