Karl Plepelits – Die Liebe und das Verhängnis

Buchtipp Nr. 333

Karl Plepelits – Die Liebe und das Verhängnis

– Eine schauerliche Geschichte? Wieso denn schauerlich?

– Weil sie so was wie eine Allegorie auf die Tragik des menschlichen Lebens ist.

– Aber geh! Schauerlich nennst du das menschliche Leben?

– Ist es doch. Jedenfalls verdammt häufig. Schauerlich und tragisch. Schau, immer will der Mensch sein Bestes – und was passiert? Viel zu oft macht er sich eben dadurch schuldig. Siehe König Ödipus. Und sowieso ist der Mensch halt leider manchmal eine Bestie.

– Und so was soll ich lesen? Du, da werd ich ja gemütskrank.

– Oh, im Gegenteil. Denk an Aristoteles’ berühmte Definition von Tragödie: Sie ruft Jammer und Schaudern hervor – und bewirkt dadurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen.

– Soll das heißen, man fühlt sich danach froh und glücklich?

– Ganz genau. Froh und glücklich. Oder zumindest irgendwie erleichtert. Und kann den Tag genießen, so wie es Horaz dir rät: Carpe diem. Genieße den Tag.

Die Liebe das Verhaengnis und der Tod
Karl Plepelits scaled

Karl Plepelits

Geboren 1940 in Wien, wuchs Karl Plepelits in Melk an der Donau auf, besuchte das Gymnasium im berühmten Benediktinerstift Melk, studierte Klassische Philologie, Alte Geschichte und Anglistik in Wien und Innsbruck, plagte Schüler mit Latein, Griechisch und Englisch, vertrat die Österreichische Akademie der Wissenschaften als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Thesaurus linguae Latinae in München, leitete Reisende in alle Welt (oder auch in die Irre), veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel auf dem Gebiet der Latinistik, Gräzistik und Byzantinistik, übersetzte griechische Romane der Antike und des Mittelalters (erschienen im Hiersemann Verlag, Stuttgart). Und angeregt durch einige von ihnen, die unglaublich spannend und ergreifend sind, widmet er sich seit Jahrzehnten auch dem aktiven Literaturschaffen.

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