Knappschaft – ein Erfahrungsbericht

Knappschaft Krankenversicherung

Meine Erfahrungen mit dieser Krankenkasse. Ehrlich und tatsächlich so erlebt.

Jetzt kostenlos herunterladen
Unser Gesundheitssystem

– Dass unser Gesundheitssystem vorwiegend nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen arbeitet, ist hinlänglich bekannt. So bleibt es nicht aus, dass der Mensch, der eigentlich im Mittelpunkt steht sollte, nur noch als Kostenfaktor gesehen wird und das System der Gesundheitsversorgung und der Pflege jährlich Milliardenbeträge verbraucht. Wobei der Großteil der aufgewendeten Mittel bei den Unternehmen der Pflege, der Pharmaindustrie und den Sanitätshäusern hängenbleibt, während der Sparstift bei den Medizinern und besonders den Patienten angesetzt wird. Gleichzeitig erlauben wir uns das Privileg, die Gutverdienenden, Selbständigen, Beamten und die Bundestagsabgeordneten (diese möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben) aus unserem Sozialsystem ausscheiden zu lassen.
An dieser Thematik haben sich seit 50 Jahren diverse Bundesgesundheitsminister mal ernsthaft, mal nur halbherzig versucht. Keiner der Damen und Herren der Vergangenheit, der Gegenwart und ich befürchte auch der Zukunft, wird die Lust, den Mumm und das Rückrat besitzen, das marode Gesundheitssystem zu reformieren.
In diesem Zusammenhang stelle ich auch gerne die Notwendigkeit von 109 Krankenkassen in Deutschland (Stand: 01.01.2019) infrage. Denn das sind 109 Krankenkassen, die den angeblichen Vorteil der Konkurrenz untereinander nicht wirklich erfüllen können. Schließlich sind deren Angebote und Beiträge gesetzlich verordnet viel zu ähnlich, um wahre Konkurrenz zu ermöglichen. Das Einzige, was die 109 gesetzliche Kassen produzieren, sind 109 Vorstände und Geschäftsführer, 109 Verwaltungen, x-Geschäftsstellen (oftmals im gleichen Ort) und ein überbordender Bürokratismus.

Die Knappschaft – eine Krankenversicherung

Aus alter Verbundenheit und weil sie eigentlich einen guten Ruf hatte, war ich nahezu zwanzig Jahre Mitglied bei der Knappschaftlichen Krankenversicherung. Solange ich nur ein paar Mal zum Hausarzt ging und monatlich meine Pflichtbeiträge durch meinem langjährigen Arbeitgeber überwiesen wurden, konnte ich auch zufrieden sein. Die regelmäßig via Hochglanz-Flyer eintrudelnde Aufforderung zur Mitgliederwerbung lernte ich mit der Zeit, im noch verschlossenen Umschlag zu erkennen und direkt ins Altpapier zu geben.

Doch wie das so ist, und das ist das Doofe für die Krankenversicherer, wird der Mensch gelegentlich auch einmal krank. Nicht, dass man das absichtlich machen würde oder gar der Kasse schaden wolle. Nein, es passiert einfach so und man wird krank. Das geschah es auch mir. Dumm nur, dass ich mich gut krankenversichert fühlte und auch noch an das Gute im Menschen glaubte. Probleme mit der Knappschaft – daran glaubte ich nicht.

Vorwegnehmend kann ich sagen: Nicht trotz, sondern wegen der Knappschaft noch kranker

Hier nun einige meiner Erfahrungen mit der Knappschaft: Es begann damit, dass ich länger als die Lohnfortzahlung dauert, arbeitsunfähig war. Von diesem Zeitpunkt an wurde es unangenehm. Völlig unerwartet, weil absolut unerfahren in diesen Dingen, war ich in die Fänge der Sachbearbeiter und denen des Medizinischen Dienstes (MDK*) der Knappschaft geraten.

Vor Beginn des Krankengeldbezuges bekam ich einen Antrag auf Krankengeld zugesendet. “Die sind aber fix und denken mit”, dachte ich noch so. Auf den Bewilligungs-Bescheid folgte eine Korrektur desselben. Darauf eine Korrekturschreiben ohne Angaben, also ein faktisch leerer Briefbogen.
Die Reha wurde durch den Rentenversicherungsträger genehmigt und ich bekam von der Knappschaft einige Anschreiben (Ankündigung, Bescheid zur Unterschrift, Bescheid nach Unterschrift) zum ‘Dispositionsrecht’, bzw zur Einschränkung des ‘Dispositionsrecht’. Kennen Sie eigentlich dieses ‘Dispositionsrecht’? aus der Vielzahl der Anschreiben ging hervor, dass ich die Reha-Maßnahme, für die ja von der Rentenversicherung Übergangsgeld gezahlt würde, nicht eigenmächtig abbrechen, verkürzen, verlängern oder eine andere Klinik auswählen dürfe. Und falls doch, dann nur nach Rücksprache und mit Genehmigung eines Sachbearbeiters der Knappschaft. Ich fühlte mich zunächst in meinen Grundrechten beschnitten. Ganz besonders, wenn man den juristisch abgesicherten Schreibstil, in dem diese Schreiben verfasst wurden und werden, betrachtet. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber an diesen Tonfall und ich heute steigt mein Blutdruck nur noch selten, wenn ich mal wieder eines dieser Schriftstücke in Händen halten muss.

Dennoch habe ich mittlerweile ich schon Magendrücken, wenn dieser Schnecken-Postdienst namens Postcon mal wieder einen Brief in unseren Briefkasten wirft. Denn meistens ist es ein Briefumschlag mit dem Schriftzug MV9fPTRFQkIwRkY0REZBQ0U3NTE4ZjllOGE5M2RmOTM4NjkwOTFAbG9jYWw;jsessionid=83E40F36EFBA56F11D39E0B96ED98F76 n3search?q=Knappschaft&sa=X&rlz=1C1CHBF deDE754DE754&stick=H4sIAAAAAAAAAONgecSYxS3w8sc9YanESWtOXmOM5uIKzsgvd80rySypFNLiYoOyFLj4pbj10 UNjQyyLMzT0zUYpHi5kAWUFI1Ed12ado6NX B3IOfOqI9BDlIMWkwcDE37VhxiY FgFGDgWcTK7Z2XWFBQnJyRmFYCACCLUeJ9AAAA&biw=1536&bih=674&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=K1eHZI8y17 1vM%253A%252C6I1lC8ytCoJKqM%252C%252Fg%252F120j87gg&vet=1&usg=AI4  kQEmfWuZnBN0HSRhRL1kw2mbR6Dug&ved=2ahUKEwiG652JzcTmAhXOhqQKHbH3AUAQ B0wFHoECAYQAw#imgrc=K1eHZI8y17 1vM: und der bedeutet selten Gutes.

So auch der Schrieb nach der Reha, aus der ich vermeintlich als arbeitsfähig entlassen wurde. Entweder gehört Lesen nicht zu den Vorlieben der zuständigen Sachbearbeiterin oder sie wollte an mir ein Exempel statuieren. Vielleicht hatte sie aber auch einfach nur einen unbefriedigenden Vorabend. Auf jeden Fall unterließ  sie es, den Entlassbericht der Reha-Einrichtung (in der ihr vorliegenden Kurzform immerhin 1,5 DIN A4 Seiten lang) vollständig zu lesen und sogar noch zu verstehen. So stellte die Krankenkasse aufgrund der medizinisch hochqualifizierten Sachbearbeiter-Entscheidung die Zahlung von Krankengeld ein. Gegen diesen Bescheid könne ich selbstverständlich Widerspruch einlegen.

Nur wie? Telefonisch – keiner erreichbar, EMail (weil, es soll ja schnell gehen) – keine Antwort. Ignoriert man mal die automatisch versendete Eingangsbestätigung, in der man mitteilt, dass man sich schnellstmöglich um das Anliegen kümmern werde.
Bleibt also nur der Brief. Bereits nach etwas mehr als zwei Wochen erhielt ich eine Antwort. Schnell auf dem Boden der Tatsachen musste ich leider den enttäuschenden Hinweis lesen, dass der Widerspruch eingegangen sei und dass ich mich noch etwas gedulden müsse. Ich möchte hier noch einmal anmerken, dass ich zu dieser Zeit keine Bezüge hatte.

Lange Rede – kurzer Sinn. Es hat drei Monate gedauert, bis diese Krankenkasse ihren Fehler korrigiert hat. Kein Wort der Entschuldigung kam über die Lippen der Knappschaft-Mitarbeiter. Lediglich der Hinweis auf den Widerspruchs-Prozess und dass dieser halt etwas dauere. Meiner Ansicht nach fühlte sich in diesem mehrstöckigen Verwaltungsmoloch wirklich keiner zuständig und schon gar nicht verantwortlich für eventuelle Fehler. Ich denke, darüber sollte an verantwortlicher Stelle mal nachgedacht werden. Für mich erfüllt der Umstand, einem Erkrankten das ihm zustehende Krankengeld vorzuenthalten, den Tatbestand der Nötigung oder der Körperverletzung. Vielleicht kann man auch über den Missbrauch von Befugnissen im Amt nachdenken.

Bundesversicherungsamt

Gestatten Sie mir an dieser Stelle noch einen Hinweis zum Bundesversicherungsamt. Diese Einrichtung soll als Aufsichtsbehörde für die gesetzlichen Krankenkassen dienen. Auch ich habe dieses Amt in meiner Not wegen der Zwangssperre meines Krankengeldes angeschrieben. Aber die dort Beschäftigten erfüllen das Klischee des Bundesbeamten in perfekter Manier:
Vier Wochen Wartezeit bis ich eine Eingangsbestätigung erhielt. Nach weiteren vier Monaten bekam ich einen Brief, dass man sich freue, mir mitzuteilen zu können, dass ich mittlerweile ja wieder Krankengeld bekomme. Daher ging man davon aus, dass die Angelegenheit damit erledigt sei. Spätestens an dieser Stelle habe ich aufgegeben, auf staatliche Aufsichtsorgane zu vertrauen. Vielen Dank für nichts. Danke Herr Spahn für Ihre effektive Behörde, die die Aufgabe zu haben scheint, alle Anfragen auszusitzen. Genau wie Ihr Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, das ebenfalls durch Verzögerungen und Aussitzen zu glänzen vermag. Das hat doch etwa nicht Methode?

Der medizinische Dienst (MDK)**

Die Termine beim Medizinischen Dienst der Knappschaft habe ich immer wieder gern wahrgenommen. Denn ‘meine Gesundheit läge der Knappschaft am Herzen’ und deshalb würde man sich auch medizinisch fürsorglich um mich kümmern. Man habe schließlich ein hochqualifiziertes Ärzteteam.

Vier Male musste, äh, durfte ich dort vorreiten. Die beiden letzten Besuche waren auf morgens 07:30 Uhr terminiert. Bei einer Anfahrt von ungefähr 45 Minuten zuzüglich einer Viertelstunde zur Sicherheit, bedeutete dies den Start der Anreise um 06:15 Uhr. Aufgrund des ersten Termins am Tag erwartete ich daher zumindest keine Wartezeit. Doch weit gefehlt; denn nach pünktlicher Ankunft um 07:20 Uhr durfte ich bis 09:00 Uhr im bequemen Wartebereich Platz nehmen und den Beschäftigten beim Schlendern über die Flure zuschauen.

UPDATE (16.01.2020): Heute war Begutachtung Nummer 5 angesagt. Besondere Vorkommnisse: Die mich ‘begutachtende’ Allgemeinmedizinerin, deren Namen ich aus Gründen des Datenschutzes nicht nennen möchte, meinte nur, dass der Tod meines ersten Sohnes ja schon viele Jahre her sei und ich mich nicht so anstelle solle.
Solche Aussagen sind in meinen Augen entweder asozial oder vollkommen dumm. Aus welchen  Grund auch immer sie getätigt werden, sind sie einfach nur unpassend und menschenverachtend.

UPDATE (08.02.2020): Wer jetzt glaubt, dass ich heute den Bescheid zur Begutachtung erhalten habe, der irrt. Nichts.

**Übrigens: Die Knappschaft ist die einzige gesetzliche Krankenkasse, die sich einen eigenen MDK gönnt. Welche Vorteile dies für die Kasse hat, ist wohl offensichtlich. Jemand, der beruflich täglich mit diversen Kassen zu tun hat, sagte mal: “Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht. Wer bei dieser Konstellation auf eine objektive Begutachtung durch den MDK vertraut, der glaubt auch an den Weihnachtsmann “.

Kontakt per Formular und Email

Grundsätzlich erhält man weder auf Eingaben über das Kontaktformular oder auf Emails eine Antwort. Aussitzen ist auch hier Trumpf. Wenn Sie wirklich schnell etwas erreichen wollen oder gar müssen, fahren Sie am besten in eine Zweigstelle und treten den Mitarbeitern vor Ort auf die Füße. Bei mir hat das leider nicht gewirkt. Die Dame dort war abgebrüht und ließ jeden Anflug von Arbeitsaufforderung an sie einfach so abperlen. “Das machen die in Bergheim”, war ich stoische Antwort.

Wir sind dann mal weg

Zum Jahreswechsel stellen wir unser System auf eine neue, leistungsstarke Software um. Und die bietet alles, was wir brauchen, um Sie ganzheitlich zu versorgen. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: schnellere Sachbearbeitung, mehr Komfort durch digitale Angebote und eine höhere Wirtschaftlichkeit.

Durch die Umstellung ist ab dem 18. Dezember 2019 nur ein eingeschränkter Service möglich – voraussichtlich bis zum 5. Januar 2020. In dieser Zeit können wir nicht vollständig auf Ihre Versichertendaten zugreifen. Bei unaufschiebbaren Anliegen helfen wir aber selbstverständlich sofort. Und zu allgemeinen Fragen beraten wir Sie auch während der Systemumstellung wie gewohnt. (Quelle: Knappschaft.de im Dezember 2019)

Zwei Wochen kein Zugriff auf die Systeme. Da muss der Versicherte noch mehr Geduld haben als üblich. Einfach unglaublich.

Postcon – Schneckentempo im Auftrag der Knappschaft

Leistungsstarke Software? Nun gut, wie wäre es mit einem leistungsstarken und zeitgemäßen Postdienstleister? Oben habe ich bereits erwähnt, dass die Knappschaft ihre Briefpost mit dem Postdienstleister Postcon versendet. So wird es zum Standard, dass Briefe der Knappschaft, auch wenn diese dringend sein sollten, für die Entfernung von 58 Kilometern mal eben vier bis fünf Tage unterwegs sind. Den Vogel schoss ein Umschlag ab, der ganze zwölf Tage bis in meinen Briefkasten benötigte.
“Wir wissen, dass die langsam sind. Postcon ist aber billiger”, war die lapidare Aussage einer Knappschaft-Angestellten zu diesem Thema.

Pflegekasse und Pflegestufe

Ganz dicke kommt es, wenn Sie einen Antrag wegen Verschlimmerung hinsichtlich des Pflege-Grades stellen müssen. Oftmals geht es neben den Beeinträchtigungen der Gesundheit auch um viel Geld. Geld, das die Pflegekasse zur Sicherung der Pflege eines Bedürftigen bereitstellen muss. Im Falle eines Familienangehörigen musste dieser auf eine Begutachtung durch eine äußerst unfreundliche Dame drei Monate lang warten. Dreizehn lange Wochen, in denen der Angehörige für den Pflegedienst in Vorleistung gehen musste. Leider ist Stand heute (28.12.2019) zehn Tage nach der Begutachtung, immer noch keine Ergebnis dieser eingegangen. Von der Überweisung des ihm zustehenden Pflegegeldes kann der Familienangehörige auch nur träumen. Mal schauen, wann sein Konto leer ist.

UPDATE (07.01.2020): Tja, was soll ich sagen? Immer noch nichts! Am 11.09.2019 wurde der Antrag gestellt. Heute am 07.01.2020 ist immer noch kein Bescheid ergangen? Wie lange das noch dauern mag? Heute sagte jemand, dass er nicht glaube, dass die Knappschaft sich noch vor Ostern melden wird. Ich habe trotz allem dagegen gewettet. Mal schauen, wer recht hat.

UPDATE (10.01.2020): Sie ahnen es bereits. Immer noch nichts. Ich habe mich aber weiter informiert und werde der Knappschaft eine saftige Rechnung über eine Strafzahlung wegen Fristüberschreitung servieren. weitere Infos dazu in einem weiteren Post.

UPDATE (17.01.2020): Und wieder ist eine Woche vergangen und auch heute liegen Sie mit der Vermutung richtig, dass von der Knappschaft Pflege noch keine Rückmeldung erfolgt ist. Heute ist der 86. Arbeitstag nach Eingang des Antrags. Das ist sogar noch sehr wohlwollend berechnet. Tage wie Heiligabend und Silvester habe ich nicht als Arbeitstage gezählt. Wohlgemerkt: Innerhalb von 25 Arbeitstagen muss ein Entscheid vorliegen. Vor 61 Arbeitstagen also, hätte die Knappschaft schon einen Bescheid über den Antrag versenden müssen.

UPDATE (22.01.2020): Bis jetzt immer noch keine Reaktion der Pflegeversicherung. Selbst die sehr gute und erfolgreiche Pflegeberaterin scheint sich die Zähne an diesen Leute auszubeißen.

UPDATE (28.01.2020): Na, habe ich Sie erwischt, weil Sie geglaubt haben, dass die Knappschaft einen alten und pflegebedürftigen Versicherten nicht so lange hängen lässt? Falsch. Die Knappschaft lässt einen pflegebedürftigen, alten Menschen im Regen stehen. Sie tut das, was sie offensichtlich am besten kann; nämlich NICHTS!

UPDATE (01.02.2020): Zwischenzeitlich hat sich der Gesundheitszustand der zu pflegenden Person drastisch verschlechtert. Eine zusätzliche Höherstufung ist  daher zwingend erforderlich. Das interessiert diese Drecks-Krankenkasse (bitte verzeihen Sie mir diesen Ausdruck) leider nicht. Eine Höherstufung auf Pflegegrad 5 ist erst möglich, wenn die vorherige Höherstufung abgeschlossen ist. Doch weiterhin ist weder telefonisch noch per Mail eine zuständige Person erreichbar. So dass die erste Höherstufung immer noch nicht erfolgen kann.
Ein menschenunwürdigeres Verhalten als das der Knappschaft ist mir persönlich noch nicht untergekommen. 

UPDATE (08.02.2020): Wir feiern ein kleines Jubiläum. Heute ist es 150 Tage her, dass der Antrag auf Verschlimmerung gestellt wurde.  Das sind 21 Wochen und 3 Tage oder 41,10 Prozent eines Jahres, in dem die Knappschaft mit unverschämter Gleichgültigkeit durch Nichtstun glänzt.
Selbst eine Beschwerde, beziehungsweise ein Einwand vom 06.02.2020 beim GKV-Spitzenverband und dem Bundesamt für Versicherte scheint, in Bergheim einfach nur ein gleichgültiges Achselzucken und ein Weiterso beim Nichtstun zu bewirken.

UPDATE (14.02.2020): Heute ist ein Schreiben der Knappschaft eingegangen. Da schreibt der Büroleiter der Geschäftsführerin:
Ihre Verärgerung….verstehe ich voll und ganz. Zum neuen Jahr haben wir unser Computersystem umgestellt..blabla… Ziel des Systemwechsels….blabla… In naher Zukunft werden Sie uns wieder als zügigen und unkomplizierten Partner erleben. [Ende des Werbeblocks]
Und im letzten Absatz:
Ich kann Ihnen das Ergebnis der Begutachtung mitteilen. ….erhalten Sie demnächst weitere Informationen.

mourning 3066704 640
Leider ist der Antragsteller heute abend, am 14.02.2020, verstorben. Die Mitteilung über seinen neuen Pflegegrad hat er nicht mehr erlebt.
Interessiert Sie die Krankengeschichte Ihrer Nachbarn?

Kein Problem. Ihr mitmenschliches Interesse am Gesundheitszustand Ihrer Nachbarschaft ist der Knappschaft wichtig. Sofern Ihr Nachbar oder auch Bekannter knappschaftlich krankenversichert ist und Sie den Eindruck haben, dass dieser nicht so ganz gesund wirkt, bietet die Knappschaft den einzigartigen Service der Akteneinsicht. Dazu brauchen Sie noch nicht einmal ein Gebäude der Knappschaft betreten. Fahren Sie einfach zur Zweigstelle in der Knappschaftsallee 1, 50126 Bergheim und parken Sie Ihr Fahrzeug vor dem Gebäude. Während der “Betriebszeiten” haben Sie kostenlose Einsicht auf die schicken 23-Zoll Monitore der dort Beschäftigten.

Die Knappschaft – auch eine Krankenkasse für Sie?

Bitte verzeihen Sie mir die Überschrift dieses letzten Abschnitts. Ich denke, dass das von mir Erlebte ausreicht, Sie von einem Schritt zur Knappschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung abzuhalten. Glauben Sie weder den bunten Anzeigen, der aufpoppenden Internetwerbung noch den Plakatwänden. Suchen Sie im eigenen Interesse eine andere – eine fähige und menschenwürdige Krankenkasse.

Hier noch ein paar Zahlen* zur Untermauerung meiner Empfehlung:
 201320142015201620172018
 Mitglieder1.427.4581.425.2671.417.7701.403.8851.371.1071.336.247
Versicherte1.741.2541.733.4521.716.9571.680.0281.636.1411.593.909
Vermögen je Versichertenk.A.k.A.305,81 €353,66 €461,87 €528,23 €
Verwaltungskosten je Versicherten  160,47165,82 €173,30 €186,51 €

*Quelle: Krankenkassen.de

Die Knappschaft verliert kontinuierlich Mitglieder und damit auch Versicherte. Trotzdem vergrößert sich ihr finanzielles Polster. Für den Mitgliederschwund können die in diesem Post erwähnten Beispiele ausreichend Begründung liefern. Da scheine ich also kein Einzelfall zu sein. Was das Vermögen der Krankenkasse angeht, ist diese offensichtlich nur mit Beitragserhöhungen und/oder weniger Leistungen beziehungsweise kompletter Ablehnung von Kostenübernahmen zu erklären. Eine wirtschaftlich verbesserte Kostenstruktur halte ich für eher unwahrscheinlich; insbesondere mit Blick auf die Verwaltungskosten je Versicherten, die innerhalb von vier Jahren um über 16 Prozent gestiegen sind. Im Vergleich dazu die Techniker Krankenkasse mit einer Einsparung von über 11 Prozent und Verwaltungskosten in Höhe von 117,08 €.

 

Einige Updates

UPDATE (07.01.2020): Mein letzter Tag als knappschaftlich Versicherter. Ab morgen bin ich Mitglied bei einer anderen Krankenversicherung. Bis heute kann ich nur Gutes über diese berichten. Schnelle Bearbeitung, freundliche Mitarbeiter und kurze Wege. Ganz das Gegenteil der ‘Knappschaft

UPDATE  (10.01.2020): Ich bin die Knappschaft los. Und die neue Versicherungskarte habe ich auch schon. Es gibt Krankenkassen, da geht Alles deutlich schneller und unkomplizierter. 

UPDATE (05.05.2020): Viel zu früh gefreut! Wenn es nicht so ernst wäre, würde ich spätestens jetzt in schallendes Gelächter ausbrechen. Doch das Lachen ist mir mit der neuesten Post der Knappschaft gehörig vergangen. Aber der Reihe nach. Bereits im Februar erhielt ich ein freundliches Willkommenschreiben der Knappschaft, in dem man mich als Rentner, der ich ja nun seit dem 02.01.2020 sei, in der Knappschaft Rentner, herzlich als neues Mitglied begrüßt. Nicht ohne mir eine Beitragsinformation über monatliche 192,62 Euro mit gleicher Post zukommen zu lassen. “Lassen wir sie mal informieren”, war meine Reaktion auf das erste Schreiben. Auf die zweite Beitragsinformation über 2 x 192,62 Euro im März 2020 wurde ich vorsichtiger und meldete mich schriftlich bei der Knappschaft, dass da wohl ein Fehler vorliege und ich im Übrigen anderweitig krankenversichert sei. Eine Beitragsinformation, dieses Mal über 578,07 Euro, eine Antwortschreiben und ein Telefonanruf später, erhielt ich ein erneutes Begrüßungsschreiben. Gleichzeitig sagte man mir zu, dass man mir die 578,07 Euro umgehend zurück überweisen werde. Das, obwohl ich nie gezahlt hatte.
Lange Rede, kurzer Sinn. Die Knappschaft zeiht ihren Stiefel durch. Antwort auf Einwände oder Hinweise erfolgt ausschließlich mit standardisierten Schreiben, die in aller Regel nicht auf den Inhalt des vorherigen Schriftverkehrs eingehen.
Leider haben die umtriebigen Mitarbeiter der Knappschaft eine rechtliche Sonderregelung, ich behaupte einmal durch Zufall, gefunden, die mich noch bis Ende September 2020 an diese Krankenkasse binden könnte.
Da ich ein pragmatisch denkender Mensch bin und außerdem nichts mehr mit diesem Verein zu tun haben will, habe ich die Knappschaft erneut angeschrieben. Darin bat ich sie darum, mich aus der Mitgliedschaft am Januar 2020 zu entlassen, da ich ja formal seit diesem Zeitpunkt bereits bei meiner neuen Kasse versichert bin. Sollte die Knappschaft nicht dazu bereit sein, kündigte ich die Mitgliedschaft mit diesem Schreiben formell zum 30.09.2020.
Abgesehen vom verwaltungstechnischen Aufwand der Rückbelastungen der Arztrechnungen und den Kosten für diese, sollte es auch der Knappschaft nicht gleichgültig sein, mich als Mitglied zu behalten.
Der Brief liegt mittlerweile bei der Knappschaft vor. Mal schauen, welche Antwort ich zu welchem Datum aus dem Hause an der Knappschaftsallee in Bergheim erhalten werden. Auf jeden Fall werde ich Sie zu dem bereits beendet geglaubten Possenspiel weiter auf dem Laufenden halten.

UPDATE (12.05.2020): Heute habe ich eine neue Krankenversichertenkarte der Knappschaft mit einem Standardschreiben erhalten. Ich habe die Faxen jetzt endgültig dicke. Also habe ich an die Zentrale in Bochum geschrieben und denen Zeit bis Ende nächster Woche zwecks Stellungnahme gegeben. Dieser Verein ist nur noch lächerlich und unfähig. Leider geht das auf Kosten der Versicherten. Dem Ganzen muss man doch endlich Einhalt gebieten. 

LETZTES UPDATE (16.05.2020): Man glaubt es kaum. Nachdem ich dem Vorstand der Knappschaft in den letzten Tagen eine weitere Mail gesendet hatte, in der ich mit einem Rechtsanwalt gedroht habe, erhielt ich heute die wohl finale Antwort aus Bochum: Meine Mitgliedschaft in der Knappschaft sei definitiv beendet. Ich solle doch bitte meine kürzlich erhaltene eKVK (elektronische Krankenversicherungskarte) zurücksenden. Damit ist das Kapitel ‘Knappschaft Erfahrungen‘ mit dem heutigen Tag  endlich beendet. 

Auch wenn es den Anschein eines privaten Rachefeldzugs gegen die Knappschaft hat, kann ich alles, wovon ich hier berichtet habe, belegen und zudem jederzeit an Eides statt versichern. Auch kann ich Zeugen benennen, die das Geschilderte bestätigen werden.

Mir geht es in meinen Ausführungen lediglich darum, Personen zu finden, die Ähnliches erlebt haben. Weiterhin dient dieser Beitrag vielleicht ja auch als Entscheidungshilfe, sollte der Eine oder Andere mit dem irrwitzigen Gedanken gespielt haben, zur Knappschaft Krankenversicherung wechseln zu wollen. Wovon ich aus oben genannten und selbst gemachten Erfahrungen nur dringend abraten möchte.


UPDATE (05.05.2020): Meine Meinung und Fazit: Bitte, bitte, wechseln Sie nicht zur Knappschaft. Oder falls Sie dort versichert sein sollten, kündigen Sie die Mitgliedschaft dort. Sie können das, sofern Sie mindestens 18 Monate dort versichert waren, jederzeit zum Ende des folgenden Monats tun. 

Vielleicht möchten Sie Ihre Krankenkasse mit den Leistungen andere Kassen vergleichen.
VGK24.de bietet auf der externen Webseite einen Vergleichsservice an.

Meine Buchempfehlungen

Praxistipp Laufen

Laufen für Anfänger und ehemalige Couchpotatoes ISBN: 978-3-7469-6479-9

Doppelpaul neu

Doppelpaul

Das Leben des Paul P. ISBN: 978-3-7469-6819-3

Vielleicht gefällt dir auch

26 Gedanken zu „Knappschaft – ein Erfahrungsbericht

  1. So ein genialer Artikel. Ich habe es 2016 ähnlich erlebt. Bin heute in der 6. Woche krankgeschrieben und habe schon wieder Angst vor der wöchentlichen Knappschaftspost.
    Sobald ich besser dran bin, werde ich auch wechseln. Danke für die ehrlichen Worte.

    1. Hallo Birgit, danke für Ihr Lob. Ich möchte aber nochmals betonen, dass all das, was ich im, Laufe der Monate geschrieben habe, tatsächlich so ereignet hat.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Gesundheit und viel Kraft für den K(r)ampf mit der Knappschaft.

  2. Eingang per Email:

    Guten Tag Herr Lauterbach,

    ihren Bericht (vollau.de) über die Knappschaft habe ich gelesen und sie haben recht. Seid geraumer Zeit habe ich auch erhebliche
    Probleme Antworten zu erhalten. Bei Anrufen bei der Hotline wird man nur vertröstet und es wird
    von erheblichem Arbeitsaufkommen gesprochen.

    Wann eine Bearbeitung möglich ist, sei noch nicht abzusehen.

    Mein Antrag 28.2.20 bezieht sich auf eine Beitragsbefreiung “Medikamentenzuzahlung” Es wird nur gesagt
    mein Schreiben sei eingegangen und würde bearbeitet werden. Wann könne nicht beantwortet werden.
    Das sind, per Stand heute, rund 2 Monate.

  3. Hallo,
    bin eben zufällig auf Ihren Artikel gestoßen. Leider kann ich die Situation nur bestätigen. Die neue Software hat offensichtlich die Knappschaft in den Abgrund gerissen.
    Dabei wird die Einführung derselben in diversen Artikeln im Internet als Erfolg gefeiert.
    Ich versuche seit Monaten die Knappschaft zu bewegen, weiterhin anteiliges Pflegegeld für meinen Vater zu zahlen. Gezahlt wurde letztmals für Oktober 2019. Mehrere teils längere Anrufe, eMails, Telefax haben nichts bewirkt, ausser Bekundungen der Mitarbeiter der Knappschaft am Telefon, dass jetzt wirklich das Geld überwiesen wird.
    Nun muss ich auf Grund der ausbleibenden Zahlungen der Haushaltshilfe meines Vaters kündigen.
    Ich selbst bin aufgrund meiner Beschäftigung in der Montanindustrie seit 1981 bei der Knappschaft versichert und war immer zufrieden. Was nun da läuft geht gar nicht. Ich habe nunmehr bei der zuständigen Aufsichtsbehörde Beschwerde eingereicht. Viel Mut haben die mir nicht gemacht, nach dem Motto “Wir wissen das mit den Problemen bei der Knappschaft, aber was sollen wir machen? Die Probleme lösen muss die Knappschaft selbst, wir können nur ermahnen”. Warum dann eine Behörde betreiben, die per se nichts ausrichten kann?
    Ich denke nun nach über 38 Jahren über einen Wechsel zu einer anderen Krankenkasse nach. Es gibt da interessante Alternativen.

    mit freundlichem Gruß

    Helmut A.

    1. Hallo Helmut, danke für das Lob. Auch mein Kampf ist noch nicht vorüber. Ich kann Ihnen nur noch den Wechsel in eine andere Kasse empfehlen.
      Viel Glück bei der richtigen Wahl. Aber jede andere Kasse dürfte besser sein.

  4. Hallo Herr Lauterbach!

    Guter Artikel, den ich vollumfänglich so unterschreiben würde. Muss mich leider mit der Knappschaft auseinandersetzen, da meine Mutter sowie ihr Ehemann, beide im Pflegeheim lebend, nunmal dort versichert sind. Leider ist ein Wechsel in dem Alter nicht mehr möglich. Bis 2019 lief die Kontaktaufnahme schwierig, aber durchaus noch im Rahmen des Vertretbaren. Was ich aber seit Januar 2020 erlebe, könnte die Grundlage eines Horrorbuches werden. Stundenlange Wartezeiten in Hotlines (aktuell höre ich die Ansage “Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbuinden” bereits wieder seit 30 min), Faxe die nicht ankommen, Briefe die verschwinden und Post zum Kunden, die regelmäßig 1-2 Wochen benötigt, dankt Postcon.
    Mitarbeiter in den Hotlines die völlig überfordert sind, da man Ihnen ein ständig abstürzendes oder langsames System zur Verfügung stellt. Die 45 sec. Ansage, zu Beginn eines jeden Telefonversuches, macht alleine schon agressiv, weil sie doch so überschwängliche Kundenfreundlichkeit und jederzeitige Erreichbarkeit signalisiert.

    Die Unterschrift unter den dutzenden Briefen seit Januar, “Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie gerne”, grenz da schon an Sarkasmus.

    Die Knappschaft scheint hier an Realitätsverluist zu leiden. Googelt man Knappschaft und Erreichbarkeit, kommt ein Eigenbeitrag “Das Service-Telefon ist täglich 24 Stunden geöffnet und generell gut zu erreichen. Das sagt doch alles.

    mit freundlichen Grüßen
    Matthias Drexler

    1. Hallo Matthias, danke für Ihre Mitteilung. Leider scheint es ein grundsätzliches Problem bei der Knappschaft zu geben. Da ist es notwendig, dass die Öffentlichkeit informiert wird. Daher auch dieser Beitrag. Ich hatte aber nicht gedacht, dass die Knappschaft derart marode ist.
      Was übrigens den Wechsel zu einer anderen Kasse angeht, so darf eine Krankenkasse einen gesetzlich Versicherten nicht wegen seines Alters ablehnen. Ich habe einmal einen Link beigefügt. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/gesetzliche-krankenversicherung-schneller-wechsel-moeglich-13883
      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gute Nerven.
      Viele Grüße
      Volker

      1. Habe der Knappschaft gekündigt (zum 1.10.2020 Bestätigung erhalten). Heute eine Beitragszahlung bekommen. Kann diesen Wert nicht nachvollziehen, aber das fatale: ich erhalte Knappschaft Ausgleichsleistung, hiervon werden alle Beiträge abgehalten.

  5. Hallo Herr Lauterbach,
    kämpfe auch gerade den Kampf der gerechten. Das ist nur möglich wil ich seit 01.03.2020 im Ruhestand bin. Vater und Mutter Pflegebedürftig. Kampf um Pflegegrad zwei für Vater gewonnen. Geldauszahlung Fehlanzeige. Beginn des Dramas 01.12.2019.
    Jeden Tag liegt ca. 2 Stunden das musizierende Telefon neben mir. Warteschleife. Rufe abwechseln in Cottbus, Bochum und Chemnitz an. Es gelingt mir mittlerweile durch unterschiedliche Aussagen der Dienstellen diese ein klein wenig gegeneinander auszuspielen. In ihren Computer sind alle Gespräche als Notiz gespeichert. Die wissen also genau wen sie da an der Strippe haben. Der Krankenkassenwechsel hat natürlich schon stattgefunden. Seit 1.06.2020 in einer anderen Kasse. Mein Ziel besteht jetzt darin durch permanentes Nerven der Mitarbeiter diese zu bewegen noch ausstehende Zahlungen schneller zu leisten um endlich einen Abschluss mit diesem Geldvernichtungsverein zu finden. Diese Nerven sollten möglichst viele betroffene verinnerlichen. In der Hoffnung das die Mitarbeiter irgend wann ihrer Arbeit zum Vorteil des Kunden, nicht Bitstellers, nachkommen.

    1. Hallo,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Anfangs habe ich gedacht, dass ich ein Einzelfall bin. Doch die Kommentare hier und auch die Zahl der Leser dieses Beitrags belegt, dass das leider nicht so ist.
      Ich glaube aber, dass Nerven nichts bringt. Die sind einfach zu abgebrüht und lassen so etwas an sich abperlen. Erfolg hatte ich letztlich nur, weil ich mich direkt an den Vorstand gewendet und mit einem Anwalt gedroht habe.
      Deshalb kann man nur öffentlich machen, was da abgeht. Ich freue mich also über jeden Kommentar und das Teilen über Facebook und Twitter, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
      Viele Grüße
      Volker Lauterbach

  6. Hallo Herr Lauterbach,
    Ihren Artikel über die Knappschaft kann ich vollumfänglich bestätigen. Beim Lesen habe ich zeitweise gedacht es geht um unsere eigene Person, wie kopiert. Wie die mit ihren Versicherten umspringen, dafür findet man keine Worte mehr. Inzwischen haben die ihre Briefe, Mails und Telefonansagen mit ihrer Hinhaltetaktik um die Corona-Ausrede ergänzt. Dabei sollte man meinen, da sämtliche Geschäftsstellen geschlossen sind und somit Beratungstermine wegfallen, müssten die viel mehr Zeit für die Bearbeitung von Anträgen und Anfragen habe. Aber falsch gedacht und die “Ausrede” mit der Computerumstellung kommt nach 5 Monaten auch immer noch. Und, um ihre Ausführungen zu ergänzen, die nehmen billigend den Tod ihrer Versicherten in Kauf und lehnen wichtige ärztlich empfohlene Behandlungen und Hilfsmittel, auch nach Widersprüchen einfach ab, mit der Begründung der “hochqualifizierten medizinisch ausgebildeten Mitarbeiter” : …für die Behandlung XXXX besteht keine medizinische Notwendigkeit…. Mein Partner hat deren Praktiken leider nicht überlebt, die Höherstufung der Pflege ist leider so wie von ihnen beschrieben verzögert worden und auch jetzt mehr als 2 Monate nach seinem Ableben noch nicht abgeschlossen. Wenigstens hat er den Besuch der Dame zur Begutachtung noch erlebt. Und das Gutachten sah sehr merkwürdig aus und die entsprechende Auswertung dazu. Es würde hier den Rahmen sprengen näher auf die “gekauften” Gutachter einzugehen. Aber auch das kennt man ja: Die Hand die mich füttert, beißt man nicht! Von der Rückerstattung der in Vorleistung gegangenen Beträge ganz zu Schweigen, denn die Knappschaft hüllt sich in Schweigen. Dort weiß rechts nicht was links tut und der Vorstand macht sich die Taschen voll. Das ist alles nur noch sehr traurig. Ich selbst bin leider auch noch da versichert, aber bereits auf der Suche und wenn ich lese, wie die mit ihnen nach der Kündigung noch umgesprungen sind, bekomme ich Bauchschmerzen. Noch kann ich nicht kündigen, weil ich sonst keinen Kontakt mehr zu denen bekomme, denn bei der Mail muss man zwingend ein Versicherten-Nr. angeben und die von meinem Mann gibt es nicht mehr “…Versicherten Nummer ist ungültig….” So kann man es natürlich auch machen und Erstattungsbeträge einfach einbehalten.
    Haben Sie vielen Dank für ihre Warnung vor der Knappschaft und ihren offenen ehrlichen Bericht. Es ist zu wünschen, dass ihn viele lesen werden.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Hallo,

      zunächst mein herzliches Beileid zum Verlust Ihres Partners. Und als ob dies nicht schlimm genug wäre, müssen Sie sich auch noch mit der Krankenkasse rumschlagen. Dass der Account eines verstorbenen für ‘meineKnappschaft‘ gesperrt wird, das habe ich leider auch erfahren müssen. Den Angehörigen wird so ein weiterer Stein in den Weg gelegt. Ob bewusst oder unbewusst, das kann ich nicht sagen.
      Vielleicht versuchen Sie einmal die Email-Adresse zentrale@kbs.de. So können Sie den mühsamen und wenig aussichtsreichen Weg über das Kontaktformulars umgehen.

      Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft. Haben Sie viel Kraft und vor allem viel Erfolg in Ihrem Kampf gegen die Ungerechtigkeit.

      Viele Grüße
      Volker Lauterbach

  7. Guten Tag Herr Lauterbach.,
    Meine Meinung zur Knappschaft es ist eine Kasse die einen krank mach.
    Sämliche schreiben meines Anwalts wurden ignoriert.
    Ich bin auf dersuche nach neuen Kkasse.
    Könnte mir jemand was empfehlen.
    Was vertrauens erweckend ist.
    LG

    1. Hallo TANJA, also ich habe mich für eine kleine Kasse entschieden und bin bis heute sehr zufrieden. Antwort- und Reaktionszeit sind vorbildlich. Telefonisch ist immer jemand erreichbar.
      Dies ist keine Werbung von mir und ich bekomme auch keine Vergütung von meiner jetzigen Krankenkasse. Aber die ‘actimonda Krankenkasse’ kann ich nur empfehlen.
      LG

  8. Ich kann einiges bestätigen, vieles auch nicht. Die Knappschaft war mal die innovativste Kasse in Deutschland. Mit integrierten Versorgungssystemen, mit besonderen Behandlungsmethoden in eigenen Krankenhäusern (Steele), mit eigener elektronischer Krankenversicherungskarte, Programme für COPD, eine Kasse mit vielen Zusatzleistungen und das alles zu einem guten Preis. All das geht seit 5-6 Jahren den Bach runter. Immer mehr Bürokratie, alles wird immer langsamer, keine Innovation mehr. Nicht mal eine App gibt es, Geschäftsstelllen werden geschlossen, Krankenhäuser verkauft. Es lohnt sich wohl nicht mehr in Naturmedizin wie in Essen zu investieren. Das Call Center ist 24 Stunden geöffnet aber kaum erreichbar. Die Mitarbeiter dort sind freundlich, sagen aber hinter vorgehaltener Hand dass sie auch nicht mehr verstehen warum alles schlechter wird. Und dass in der Zentrale ständig neue Stellen geschaffen werden, diese dann “bei den Indianern” abgebaut werden. Wer ein Anliegen hat muss über Facebook gehen, da bearbeitet man es noch, woanders ist Essig. Traurig, dass eine gute Krankenkasse so schnell von einem Vorbild zum Klassenletzten werden kann.

  9. Hallo,

    ich bin leider auch seit September 2018 bei diesem “Verein” gefangen. Mit wurde damals zuvor zugesichert, der Krankenkassenwechsel finde auf jeden Fall statt, da ich wenige Tage vorher jedoch eine Weiterbildung begann, sich somit mein Versichertenstatus änderte und ich dringend für das Bafög–Amt eine Bestätigung meiner Krankenkasse benötigte, stellte sich diese zum ersten Mal quer. Ich hätte dieses Zeichen ernst nehmen sollen. Wie bereits beschrieben, konnte man mir telefonisch nicht helfen (oder man kümmere sich angeblich direkt und sofort darum – Ergebnisse kamen bei mir aber nicht an), E-Mails werden trotz Eingangsbestätigung ignoriert und erst, als ich mir Ende September 2018 einen Tag frei nahm und persönlich in der Geschäftsstelle (150 km von der Weiterbildungsstätte entfernt also nach Schulschluss nicht realisierbar), erkannte man den Wechsel an und ich bekam die nötigen Unterlagen für den Bafög- und den Wohngeldantrag.

    Ein halbes Jahr später musste ich besagte Weiterbildung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Ich ließ ich kurzfristig im Februar 2019 gesund schreiben, um in den Alg-1-Anspruch zurück zu fallen, nach 6 Wochen “Lohnfortzahlung” und bereits Bestätigung vom Arbeitsamt, dass kein Alg-1 mehr gezahlt werden kann, rief ich dann mal im Kundencenter der Knappschaft an und fragte nach dem Formular für das Krankengeld: “Wieso? Sie haben doch keinen Anspruch! Sie beziehen doch Hartz 4!”, hieß es. Falsch, ich war im Alg-1-Bezug, somit hatte ich Anspruch. Das Formular wurde mir verspätet zugesandt, die darauf folgende Bearbeitungszeit: 7 Wochen!!! 4 Anrufe!!! 3 E-Mails!!! – “Der zuständige Bearbeiter sei nicht da.” – “Der zuständige Zweitbearbeiter sei nicht da.” (es muss ja immer durch mehrere Hände, einer könnte ja Fehler machen)… – Man kümmere sich natürlich immer umgehend darum… Die 7 Wochen Bearbeitungszeit waren kein Einzelfall, auch spätere Krankenscheine wurden erst auf Nachdruck bearbeitet, von der bereits genannten Systemumstellung möchte ich nicht reden. Meine daraus entstandenen Existenzängste und Schulden trieben mich dazu, ein privates Darlehen zur Überbrückung aufzunehmen. Zeitgleich kontaktierte ich meine Gewerkschaft und darüber einen Anwalt.

    Im Sommer 2019 stellte ich mehrere Anträge, hauptsächlich auf Informationen, so auch beispielsweise auf den Tagessatz meines Krankengeldes, damit ich die Zahlungen überhaupt nachvollziehen kann. Mit dem Anwalt erhielt ich dann im Februar 2020 auch endlich Antworten. Pünktliches Krankengeld? – Immernoch Fehlanzeige. Es wurde sich beim Anwalt dafür entschuldigt, dass es vorkam, dass die Bearbeitung länger dauerte. Dies werde sich angeblich ändern. – Ich muss immernoch jeden Monat hinter dem Krankengeld herrennen. Ohne zusätzliche E-Mail nach 2 bis 3 Wochen kommt kein Cent bei mir an. Nicht selten wird argumentiert, dass die Krankenscheine, die ich persönlich in den Hausbriefkasten der Geschäftsstelle einwerfe, nicht ankämen. Im Dezember 2019 stellte ich aus Verzweiflung auch verfrüht einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Im Januar 2020 auch Anträge auf Alg 1, Wohngeld und Hartz 4. Mir war egal, woher das Geld kommt, Hauptsache irgendwie eine regelmäßige Zahlung und ein gedecktes Konto. Gesetzeslücken dahingehend fand ich keine – “Solange Ihnen theoretisch Krankengeld zusteht, müssen Sie sich mit der Krankenkasse auseinander setzen.”, hieß es.

    Im April 2020 zog ich auf Anraten des Anwalts den Antrag auf Erwerbsminderungsrente zurück. Im Juni 2020 erhielt ich ein Schreiben von der Knappschaft, ich möchte doch bitte knapp 900 Euro Krankengeld zurückzahlen für den Zeitraum Dezember bis April, da ich dort anders eingestuft wurde und keine Sozialversicherungsleistungen für Renten- und Pflegeversicherung abgeführt wurden – knapp 900 Euro für ca. 4 Monate… In dem Schreiben mit meinem Tagessatz Krankengeld vom Februar 2020 war davon kein einziges Wort zu lesen… – also wieder ab zum Anwalt, welcher sich diesen Tatbestand und auch die Summe absolut nicht erklären kann. Mitte Juni 2020 ein Lichtblick: Im September 2020 verliere ich endlich den Anspruch auf Krankengeld und darf ins Alg-1 rutschen und Erwerbsminderungsrente beantragen. Diese Tortur ist so nervenaufreibend unmenschlich, ich wünsche mir einfach nur den Weg da raus!

    Vor zwei Wochen kam aber der nächste Knall: Ich sei seit April 2020 ja überhaupt nicht mehr gesetzlich krankenversichert und möchte bitte angeben, welches Einkommen ich seither erziele und dann privat meine Versicherungsbeiträge nachzahlen (sicherlich auch Krankengeld zurückzahlen)… – ich bin durchgehend seit März 2019 im Krankengeldbezug, habe im letzten Monat erst die Information erhalten, dass dieser erst im September 2020 ende… Was bitte soll ich verdienen, wenn es mir so schlecht geht, dass ich dauerhaft kaum meinen Haushalt führen kann und zudem ständig um mein Krankengeld kämpfen muss? Die aktuelle Krankengeldzahlung? – 2,5 Wochen ist der Krankenschein nun in deren Machtbereich, vor 4 Tagen habe ich per E-Mail nach dem Bearbeitungsstand gefragt – bis auf die Eingangsbestätigung keine Reaktion. Heute folgt die nächste E-Mail von mir mit der Bitte um umgehende Bearbeitung, in der kommenden Woche ist nämlich die Miete fällig und das Konto ist leer (die letzte Krankengeldzahlung fand vor 6,5 Wochen statt, ich bin nicht weit über dem Hartz-4-Satz, also es ist eh schon schwer, mit dem Betrag leben zu müssen).

    Zum Thema MDK: Mir kann keiner erzählen, dass so eine Allgemeinmedizinerin die Symptome richtig einordnen kann. Die gestellten Fragen waren lachhaft, wirklich Bezug wurde nicht genommen. Ich wurde zum Reha-Antrag genötigt – ohne Diagnose ist eine Reha jedoch schwer durchzusetzen. Ich tigere seit 2016 wegen immer schlimmer werdender Symptome (Verdauung, Kreislauf, Atemwege, Schlafstörungen, Schmerzen im Oberkörper…) von Arzt zu Arzt, von Psychotherapeut zu Psychotherepeut. Organisch alles i. O., ab zum Psychotherapeuten – Psychisch alles unauffällig, ab zurück zum Mediziner… usw… So geht das seit Jahren… Erst in diesem Jahr kam mal einer auf die Idee, meinen Hormonhaushalt mittels Speicheltest zu untersuchen (keine Kassenleistung) – erstmals habe ich einen Befund mit auffallenden Werten und kann die periodisch immer wieder auftretenden Symptome, die mich in 2 bis 3 Wochen im Monat sehr stark einschränken, therapieren.

    Mir ist bewusst, dass auch andere Krankenkassen diese Untersuchungen nicht als Kassenleistung haben, ich möchte nur die sinnfreien Untersuchungen des MDK und die sinnfreie Nötigung der Reha unterstreichen. Ich habe bei der Knappschaft alle möglichen Entbindungen vom Datenschutz unterschrieben – ich weiß gar nicht warum. In einem Schreiben stand, dass ich das unterschreiben müsse, damit ich zusätzliche individuelle Leistungen in Anspruch nehmen kann. Mein Anwalt hat das Anfang des Jahres hinterfragt – Es gibt keine zusätzlichen individuellen Leistungen für meinen Fall!!!

    Natürlich kam ich auch auf die Idee der Kündigung, aber keine Chance, denn solange man nicht volle 18 Monate in einem Versicherungsstatus ist, führt kein Weg hinaus. Diesen Status werde ich bis 2023 voraussichtlich nicht erreichen, da ich wie gesagt im September 2020 voraussichtlich ins Alg 1 wechsele bis ca. Ostern 2021 – keine 18 Monate und bestenfalls während dieser Zeit die Erwerbsminderungsrente durchgeboxt bekomme oder aber (sollte die Hormonstörung wirklich die Ursache und die beginnende Therapie erfolgreich sein), eine berufliche Wiedereingliederung erfolgen – wieder ein anderer Versicherungsstatus und die 18 Monate beginnen erneut…

    Diese Krankenkasse kostet einfach nur Kraft und Nerven. Es ist traurig, dass man mehrmals den Anwalt aufsuchen muss, damit überhaupt etwas läuft. Ich muss wie gesagt monatlich hinter meinem Krankengeld herrennen. Briefe und E-Mails werden ignoriert, telefonisch wird einem das Blaue vom Himmel versprochen und es funktioniert maximal, wenn man einen Anwalt vorschickt oder sich in die Geschäftsstelle setzt und so lange sitzen bleibt, bis man schriftlich in der Hand hält, dass die Bearbeitung noch am selben Tag stattfindet. Diese Krankenkasse verschlimmert die Existenzängste, die man arbeitsunfähig und eingeschränkt eh schon hat, massiv. Ich bereue den Wechsel dorthin sehr.

    1. Nachtrag: Die aktuelle Krankengeldzahlung hat ganze 17 Tage und 2 E-Mails gedauert… Als ich 2012 bei einer anderen Krankenkasse versichert im Krankengeldbezug war, betrug die Bearbeitungszeit 2 – 3 Tage inkl. Postweg, sprich die Überweisung wurde am selben Tag getätigt, an dem der Krankenschein bei der Krankenkasse eintraf. Zudem gab es damals “Anwort-Formulare”, wodurch mir die Versandkosten für die Krankenscheine abgenommen wurden.

      Den guten Ruf der Knappschaft kann ich nach fast 2 Jahren Mitgliedschaft nicht nachvollziehen.

    2. Noch ein Nachtrag: Heute kam eine “Zahlungserinnerung” – ich böses Mädchen habe doch tatsächlich meine Versicherungsbeiträge während des Krankengeldbezugs i. H. v. knapp 200 Euro monatlich nicht geleistet und möchte dies doch bitte bis 30. Juli 2020, also übermorgen, tun – natürlich mit 8,50 Euro Säumniszuschlag obendrauf Es handelt sich hierbei um die knapp 900 Euro, für die mein Anwalt bereits Widerspruch eingelegt hat…

      1. Ein weiterer Nachtrag: Am Freitag, 31. Juli 2020 ereilte mich ein weiteres Schreiben der Knappschaft. Es handelt sich um eine Beitragsinformation. Es wird davon ausgegangen, dass ich vom 18. bis 30. April 2020 als Rentenantragstellerin 4.687,50 Euro verdient habe (+ vom 1. bis 17. April 2020 ganz normal Krankengeld i. H. v. ca. 1.000 Euro). Aufgrund dessen beträgt die Nachforderung zur angeblichen freiwilligen Versicherung 373,75 Euro…

        Also: Den Rentenantrag zog ich im April 2020 zurück, was denen auch mitgeteilt wurde – somit war ich schon mal keine Rentenantragstellerin mehr sondern normal Krankengeldbezieherin. Zudem forderten sie Anfang Juli 2020, dass ich mein Einkommen angebe und nachweise. Gesagt, getan, Mitte Juli 2020 dorthin geschickt und noch nicht bei denen im System eingearbeitet.

        Diese Schreiben sind so lachhaft und man merkt genau, dass die Bescheide vollkommen automatisch erstellt, gedruckt und herausgeschickt werden. Da guckt doch wirklich kein Mensch mehr drüber! Ich habe gleich am Freitag einen Dreizeiler für den Anwalt erstellt und mit Kopie der Beitragsinformation diesem am Samstag in den Briefkasten geworfen, mit der Bitte, Widerspruch einzulegen.

        Ich weiß nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll und habe nun, dem Rat von @Volker Lauterbach und dem BSG-Urteil folgend, zwei Krankenkassen angeschrieben und gebeten, ob ich nach dem Krankengeldbezug, also wenn ich ins Alg-1 wechsele, dort versichert werden kann. Es ist echt nicht normal, dass man sich darauf freut, aus dem Krankengeldbezug zu rutschen, damit man mehr Ruhe hat… Es ist auch nicht normal, dass Anwälte ignoriert werden (Widerspruch vom 6. Juli 2020… – wir haben nicht mal eine Eingangsbestätigung erhalten) und die Bearbeitung von Krankenscheinen so extrem lange dauert und nicht ohne Aufforderung geschieht.

        Das war bestimmt nicht mein letzter Nachtrag, sicherlich geht der “Spaß” noch eine ganze Weile weiter…

  10. Hallo Julia,

    es tut mir sehr leid, dass es Ihnen genau wie mir oder gar noch schlimmer mit diesem Verein ergeht. Aber zwei Tipps habe ich vielleicht für Sie:
    1. Sie müssen bei einem Statuswechsel keine 18 Monate vorversichert sein. Meiner Meinung nach können Sie mit dem Wechsel ins ALG 1 die Kasse wechseln. Einfach beim Arbeitsamt die Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse Ihrer Wahl einreichen. Da kann Ihnen die neue Kasse sicher genaue Infos geben.
    2. Versuchen Sie einmal folgende Email-Adresse: beschwerde@knappschaft.de in den Betreff ‘Beschwerde Abt.1’
    Übrigens: Wenn Sie sicher gehen wollen, dass die neue Krankenkasse besser ist, als die Knappschaft (was sicher nicht schwer sein dürfte), schreiben Sie denen einfach eine Email oder rufen dort an. Wenn man Ihnen schnell antwortet oder Sie direkt jemanden ans Telefon bekommen, ist das schon mal viel, viel besser als bei der Knappschaft.

    Ich wünschen Ihnen viel Erfolg und Geduld im täglichen Zermürbungsprozeß der Knappschaft; vor allem aber eine gute Besserung. Auf dass Sie Ihren Weg finden.

    Viele Grüße
    Volker

  11. Hallo Herr Lauterbach,
    durch Zufall bin ich auf Ihren Bericht über die Knappschaft gestoßen und ganz Vieles kommt mir sehr bekannt vor.
    Ich habe den Kampf für meinen mittlererweile verstorbenen Vater ständig führen müssen, da er selber dazu nicht in der Lage war.
    Der Erstantrag auf Pflege wurde abgelehnt, der Widerspruch war ein Kampf, der MDK hat auch eine ganz schlechte Rolle gespielt (nun weiß ich ja warum) u.v.m.
    Der Zweitantrag klappte dann fast ein Jahr später, das erste Pflegegeld kam erst nach drei Monaten.
    Mein Vater war ein Palliativpatient und hatte massive Eßschwierigkeiten, Spezialnahrung wurde abgelehnt, alles war ein Kampf.
    Ich habe mir auch vorgenommen nochmals Beschwerde einzulegen. So was darf es einfach nicht geben! Diese Krankenkasse gehört abgeschafft!
    Viele Grüße

  12. Thema Kostenerstattung und Wahltarif Arzt
    ich habe die Knappschaft gewählt, weil sie einen Wahltarif Arzt anbietet. Man kann dann privat zum Arzt gehen und erhält 80 % der Rechnung erstattet.
    Leider kann ich die Erfahrungen meiner Vorredner nur bestätigen. Da meine Anträge nicht bearbeitet werden, mußte ich jetzt inzwischen mit 15.000 € in Vorleistungen treten, denn die Ärzte wollen ja ihr Geld.
    Kennt jemand eine andere Krankenkasse, die den Wahltarif Arzt anbietet?

    Noch was Herr Lauterbach: ein herzliches Dankeschön für Ihre Arbeit, die Sie sich mit der Schilderung Ihrer Erfahrungen und den Kommentaren machen. Das hilft uns anderen Betroffenen sehr!!

    1. Hallo Anders,

      vielen Dank für Ihr Lob. Das freut mich sehr. Leider kann ich Ihnen hinsichtlich einer alternativen Krankenkasse keine Auskunft geben, da ich kein Versicherungsfachmann bin. Ich denke aber, dass Sie auf den einschlägigen Vergleichsseiten im Internet sicherlich fündig werden.
      Ich wünsche Ihnen für den K(r)ampf mit der Knappschaft viel Kraft, ganz besonders aber auch einen schnellen Erfolg.

      Viele Grüße und bleiben Sie gesund

      Volker Lauterbach

  13. Die Knappschaft ist eine einzige Katastrophe. Ich habe im Juni 2020 in einer Augenklinik Sonderlinsen eingesetzt bekommen. Habe die Rechnung, welche auf über 3.000 EURO lautete, zur Überprüfung an die Knappschaft geschickt. Trotz Mahnung habe ich bis heute keine Nachricht von dort erhalten. Desweiteren habe ich die Nachsorgerechnung der behandelnden Ärztin an die Knappschaft geschickt, mit der Bitte, mir die 59 EURO zu erstatten. Nach vier Wochen kam ein Ablehnungsschreiben ohne Unterschrift von der Knappschaft. Dieses Ablehnungsschreiben war so konfus abgefasst, dass ich Widerspruch eingelegt habe. Dieser Widerspruch wurde erneut abgelehnt und mit drei Seiten nicht verständlichem Geschriebenen begründet. Beide Schreiben waren nicht unterschrieben und sind meiner Ansicht nach nicht rechtsgültig. Auch ein entsprechender Sachbearbeiter wurde jeweils auf diesen Schreiben nicht angegeben. Als ehemaliger Geschäftsführer eines Wohnungsunternehmens kann ich nur sagen: “Was für ein Saftladen!” Was für Leute arbeiten denn da?

    1. Welche Mitarbeiter dort arbeiten? Also ich habe persönlich erlebt, dass diese regelmäßige Raucherpausen vor dem Gebäude wahrnahmen und manche sich durch persönlich erscheinende Kunden sichtlich gestört fühlten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Leave the field below empty!