Münster – wieder Kindesmissbrauch und kein Ende

Schon wieder ein neuer Fall

Kindesmissbrauch mit all seinen Begleiterscheinungen wie Kinderpornographische Bilder und Videos oft sogar im Internet verbreitet, ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. 
Der aktuelle Fall in Münster wirft mal wieder ein grelles Licht auf das perverse und menschenverachtende Handeln nicht nur von Einzeltätern. Denn durch die neuen Medien werden solche Fälle sehr schnell und sehr ausführlich publik. Leider ermöglichen diese Medien aber auch die Verbreitung der abstoßenden Bilder und Videos erst. 

Es ist an der Zeit

Ich glaube nicht, dass man diese Fälle, verursacht durch menschlichen Abschaum, jemals vollständig ausschalten werden kann. Aber ich bin der Meinung,  dass Jeder in der Verantwortung steht. 
So etwa alle Bürger. Denn jeder hat einen Nachbarn, hat Verwandte und hat Freunde. Und jeder der Täter hat ebenfalls Nachbarn, Verwandte und Freunde. Will damit sagen, dass wir aufhören müssen, die Augen zu verschließen. So hat eine Frau aus dem Bekanntenkreis in der Nachbarschaft das Schreien und um Hilferufen eines kleinen Mädchens gehört. Darauf ist sie zu den Nachbarn gegangen, um nachzuschauen, was dort vor sich geht. Es war wohl nur ein dummer Spaß pubertierender Jünglinge. Hätte aber auch anders sein können. Die Eltern der Jünglinge und deren Bekannte strafen die Frau, die sich ‘eingemischt’ hat, seither mit Missachtung. Da stimmt meines Erachtens etwas an der Einstellung so mancher Personen nicht.

Oder die Politik

Mit jedem bekannt gewordenen Missbrauchfall, seien es nun Lüdge in 2019 oder Münster in 2020, treten alle möglichen Politiker auf den Plan stellen medienwirksam Forderungen auf. Derzeit sind dies besonders:

Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU Vorsitzende, und der gesamte CDU-Parteivorstand. Sie fordern härter Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch.
Quelle: Die Zeit

Der NRW Innenminister Herbert Reul, CDU, stößt in das gleiche Horn.

 

Christine Lambrecht (SPD) Bundesjustizminsterin hat die Forderungen der CDU nach einer Verschärfung des Strafrahmens bei Kinderpornografie zurückgewiesen.

‘Der pauschale Ruf nach einer abstrakten Strafrechtsverschärfung bei Kinderpornografie, wie er von Frau Kramp-Karrenbauer kommt, führt nicht weiter…’ sagte sie der NOZ. 
Sie fordert vielmehr mehr Rechte und mehr Personal für die Polizei. Ähnlich wie in Nordrhein-Westfalen. 
Quelle: Merkur.de

Ganz gleich, welche Richtung die Damen und Herren aus der Politik nun einschlagen. Es hat für mich nur den Eindruck des Geschreis der Verkäufer auf dem Fischmarkt. 
Denn mit jedem neuen Fall, der an die Öffentlichkeit kommt, stellen sich die dann verantwortlichen Damen und Herren vor die Kameras und Mikrofone.  Wobei sie mantra-artig Verschärfungen oder Veränderungen fordern. 
Doch die CDU beispielsweise stellt seit nunmehr fast 15 Jahren die Bundeskanzlerin. Warum ist in all diesen Jahren bis heute nichts von dem umgesetzt, was Frau Kramp-Karrenbauer und Kollegen heute so vehement einfordern? 

Und die Justiz?

Nun, die Gerichte haben in der Vergangenheit nicht gerade mit üppigen Strafen gelänzt. Zwar wurden im Fall Lüdge im vergangenen Jahr die beiden Hauptangeklagten zu hohen Haftstrafen verurteilt:

  • Haupttäter: in 223 Fällen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 13 Jahren mit anschließender Sicherheitsverwahrung

  • Haupttäter 2: in 158 Fällen wegen teilweise schweren sexuellen Missbrauchs zu zwölf Jahren Gefängnis mit Sicherheitsverwahrung

Einige Zeit zuvor wurde ein Mittäter allerdings

  • wegen Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern
  • sexuellen Missbrauchs von Kindern
  • Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern
  • Besitz kinderpornografischer Schriften

nur  zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Quelle: Welt.de

Oder

Bückeburg im Mai 2020

Ein Vater hat seinen zweijährigen Sohn sexuell missbraucht und rund 30.000 Bild- und Videodateien besessen. Diese Dateien in zwei Fällen sogar an andere weitergegeben.

Urteil: 2 Jahre auf Bewährung

Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland

Oder

Bielefeld im Oktober 2019

Ein Mann hat mindestens in acht Fällen Kinder unter 14 Jahren missbraucht.

Urteil: 3 Jahre und 3 Monate

Quelle: WDR

Hinweis:
Vielfach finden die Verhandlungen vor einem Schöffengericht und nicht vor einem Landgericht statt, weil die Taten der Angeklagten als ‘Vergehen‘ und nicht als ‘Verbrechen‘ eingestuft werden. 

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