Nadine Teuber – Waldesstille

Das Buch

Prolog

»Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein«, singt Hannah mit ihrer wunderschönen, hellen Stimme und hüpft von einem Kästchen zum nächsten, mal mit einem Bein, mal mit beiden. Das Feld mit dem Stück Rinde überspringt sie gekonnt.
Das Lied passt nicht. Wir spielen Himmel und Hölle, nicht Verstecken, aber das hat Hannah noch nie gestört.
Hannah hebt die Rinde auf und wirft sie erneut auf das gemalte Spielfeld.
»Ich will auch nochmal«, maule ich und hüpfe ungeduldig über ein paar Rindenstücke, mit denen ich mir meinen eigenen Parcours gebaut habe. Sie hüpft jetzt schon zum fünften Mal und vertröstet mich immer wieder. Dabei will ich nur noch ein einziges Mal, weil ich dringend aufs Klo muss.
»Ja, gleich«, schallt es glockenklar zu mir rüber. Ihre langen Haare flattern vom Wind und ihren Sprüngen. Die Haare, die nach Wald und frischer Luft duften, so seidig weich sind, in die sich so oft Blätter und Zweige verirren, die mich trösten, wenn ich die Mutter, an die ich keine Erinnerung habe, wieder einmal zu sehr vermisse.
»Teddybär, Teddybär, dreh‘ dich um«, schallt es nun zu mir herüber. Auch das falsche Lied, aber das Hüpfespiel dazu kann man nur zu dritt spielen. Sie springt am hinteren Ende aus dem Feld und dreht sich zu mir um. »Jetzt darfst du!«
Ich stelle mich auf, werfe mein Stück Rinde und hüpfe los. Ich muss so dringend aufs Klo, dass ich Probleme habe, die Felder zu treffen.
»Wenn der Affe in die Disco geht, weißt du, wie er sich auf der Tanzfläche dreht?«, begleitet Hannah meine Hüpfer und dreht sich wie wild neben dem Spielfeld. Ihre langen Haare wirbeln wie das Rad eines schwarzen Pfaus um sie herum.
Ich hüpfe über das letzte, mit »Hölle« beschriftete Feld und rase los zu unserem Haus in der nächsten Straße. Ich höre gerade noch, dass Hannah mir »Du hast die Hölle berührt, jetzt wird etwas Schlimmes passieren!« hinterherruft, doch ich drehe mich nicht noch einmal um.

 
 
Waldesstille

 

coffee cup

 

 

 


Vielen Dank!

Ihr 
Unterschrift

Nadine Teuber scaled

Nadine Teuber

entdeckte ihre Leidenschaft für Bücher im zarten Alter von fünf Jahren und begann fast zeitgleich mit dem Schreiben eigener (Kurz-)Geschichten.
 
Im Anschluss an ihr Chemie-Studium arbeitete sie einige Jahre im pharmazeutischen Bereich in unterschiedlichen Positionen.
 
Seit 2017 ist Nadine Teuber als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genre Bücher. In erster Linie konzentriert sie sich auf gesellschaftskritische Psychothriller.
 
Nadine Teuber lebt mit ihrer Familie in der Wahlheimat Berlin
 
 

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