Rentenbeginn und Krankenkassenwahl

Rentenbeginn und Krankenkassenwahl

Familienversichert und die Altersrente im Blick?

Die Familienversicherung in den gesetzlichen Krankenkassen erfüllt eine wichtige Aufgabe in der deutschen Krankenversicherung. Sind doch nicht berufstätige Ehepartner und/oder Kinder (vor und in der Schulausbildung) über die Krankenversicherung des im Beruf stehenden Ehepartners und/oder Vater familienversichert. Was bedeutet, dass der Versicherungsschutz der Krankenversicherung vom Arbeitnehmer auf dessen nicht erwerbstätige Familienangehörige ausgeweitet wird.

Die Familienversicherung entfällt, sofern die Kinder in die Berufsausbildung oder in ein Studium starten. Auch der Ehepartner, der eine berufliche Tätigkeit aufnimmt, wird sich ab diesem Zeitpunkt aus der Familienversicherung verabschieden und eine eigene Krankenversicherung auswählen müssen. Die Familienversicherung ist mit Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit hinfällig. So weit so gut.

Aber Achtung!

Die Familienversicherung fällt auch weg, wenn der nicht berufstätige Ehepartner in die Altersrente geht. Mit Renteneintritt muss man sich selbst krankenversichern. Wichtig hierbei: die Familienversicherung wird durch die familienversichernde Krankenkasse in eine eigene Mitgliedschaft umgewandelt. Will man aber in eine andere Krankenkasse wechseln, so ist dies nur möglich, wenn man die Familienversicherung VOR Rentenbeginn kündigt und sich eine neue Krankenkasse sucht. Verpasst man die rechtzeitige Kündigung (ein Monat zum übernächsten Monat) ist man für mindestens 18 Monate an die Krankenkasse aus der Familienversicherung gebunden, ehe man rechtsgültig kündigen kann.

Ein Beispiel:

Frau Annerose Meier (65) ist ein wenig älter als ihr Ehemann Ludger (60). Annerose ist seit ihrer Arbeitslosigkeit vor sechs Jahren Hausfrau und bei Ludger familienversichert. Ludger möchte noch bis zu seinem 65. Lebensjahr arbeiten. Annerose hingegen geht schon mit 64 Jahren in Altersrente und muss sich daher selbst krankenversichern. Nun weiß Annerose aber nicht, dass die Krankenkasse ‘Spar & Raff’ von Ludger sie ungern gehen lässt. So geschieht es, dass Annerose ab dem 01. Mai Altersrentnerin ist. Einige Tage später erhält sie ein Schreiben der Krankenkasse ‘Spar & Raff’, in dem sie aufs Herzlichste als neues Mitglied begrüßt wird.
Annerose will aber gar nicht bei der ‘Spar & Raff’ krankenversichert sein. Viel zu oft hat sie in der Vergangenheit versucht, dort jemanden telefonisch oder per Mail zu erreichen. Mehrmals wurde Ludger von den ‘kompetenten und freundlichen’ Mitarbeitern der ‘Spar & Raff’ schikaniert. Und Anneroses Schwiegervater Eugen wartet seit mehr als zwei Monaten auf die Begutachtung des medizinischen Dienstes dieser Krankenkasse zwecks Pflegegrad. All dies brachte Annerose zum dem Entschluss, die Krankenkasse wechseln zu wollen. Leider wird dies erst zum 31.10.2020 möglich sein. Sofern Anneroses Kündigung vor dem 01.09.2020 bei der ‘Spar & Raff’ Krankenversicherung eingeht.

Oder aber der die Öffentlichkeit liebende zuständige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schiebt diesem Treiben der Krankenkassen schon vorher einen Riegel vor.






 

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