Rezension – Lele Frank – Es war an einem halben Tag

Es war an einem halben Tag 1

Lele Frank

Es war an einem halben Tag

Eine Biographie im Dialog erzählt von Lele Frank, erschienen 2019, Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

Umschlagfotos: Aus dem Archiv des Bessarabiendeutschen Vereins Stuttgart

Die Protagonisten sind:

Der Erzähler, Gottlieb R.
Der Zuhörer, ein alter Freund von Gottlieb R.

Zum Inhalt

Nach 20 Jahren ein Wiedersehen der beiden Freunde. Gottlieb R. ist inzwischen 82 Jahre alt und wartet in einer Klinik auf seine Herzoperation. Die Protagonisten sitzen im Klinikpark auf einer Bank in der Sonne. Gottlieb R. erzählt seinem alten Freund seine Lebensgeschichte mit dem Hintergrund, dass sein Freund diese in einem Buch zusammenfasst; als Wiedergutmachung, für all die Fehler, die er in seinem Leben begangen hat, an sich selber und seinen Lieben.

Die Geschichte beginnt in Bessarabien (ein Gebiet nordwestlich vom Schwarzen Meer) und endet im Sing Sing (einem Gefängnis in New York). Es beginnt eine Erzählung nach einer wahren Geschichte.

Der Zuhörer und der Leser erfährt einen Bericht über das Leben der Bessarabischen Landwirte, 1814 von Katharina der Großen umgesiedelten Bauern, einem Dorf auf dem Reißbrett entworfen. Gottlieb R. erzählt sein Leben recht sprunghaft durch die Zeiten, doch meist zu einem weißen Kieselstein, der vor der Bank liegt, auf der er und sein alter Freund in der Sonne sitzen. Die Erzählung führt durch Erlebnisse im 3. Reich, die Familie wird von den Russen vertrieben und wird nur kurz unterbrochen durch ein Mittagessen für den Freund. Gottlieb R. muss verzichten, da ja am nächsten Tag die Herz-OP durchgeführt werden soll. Danach geht es weiter mit seiner kindlichen Kriegsberichterstattung.

Über den Vater, es ist ungewiss, ob es sein leiblicher Vater ist; über die Großmutter, die sehr streng und hart hauptsächlich den Kindern gegenüber ist, der Mutter und mehreren Geschwistern.

Über die Flucht der Familie aus Witonia (Polen) Richtung Westen, oder auch „heim ins Reich“. Mit dem Tenor:

(Zitat) „Ich wünschte, ich wäre damals schon älter gewesen, als wir so verzweifelt durch all diese wunderschönen Landschaften getorkelt sind, wäre ich schon älter gewesen, säßen wir heute vielleicht nicht hier“.

Weiter über Frankfurt an der Oder, Potsdam, ins Brandenburgische und dann in Richtung „Ländle“, ins Württembergische. Er findet dort seine Ehefrau Trudel und berichtet über die Nachkriegszeit mit der alten und neuen Verwandtschaft und seinen Kindern.

Nun benötige ich doch einen Duden, oder das Internet bzw. dann meinen Mann zur Befragung:

(Zitat) „…weil seine Frau sich diametral gegen ihn entwickelt hat…“

Bewertung

Ich bin also doch zu unintelligent für diese Lektüre. Es wird recht blumig und ausschweifend formuliert, langweilig durch ständige Wiederholungen, ist nicht immer (für mich) sofort verständlich, was mir der „Erzähler“ und der „Zuhörer“ berichten wollen, wenn man wie ich kein Schöngeist ist.

(Zitat) Gottlieb R. „Ich war von A bis Z, auf ganzer Strecke, von vorne bis hinten wahrhaftig erledigt. Die Ehe den Bach runter, meinen Anteil am Familienhaus verschenkt, heimatlos, arbeitslos und kaum noch echte Freunde, weil mir dafür bislang die Zeit gefehlt hatte, private Freundschaften angemessen zu pflegen; alles im Arsch. Mein Leben hatte eigentlich keinen Sinn mehr“.

Zu lesen auf Seite 385 von 701 Seiten. Gerade befinde ich mich etwa in der Mitte des Buches „Es war an einem halben Tag“ von Lele Frank.

Auf Seite 688 finde ich noch eine interessante Passage:

(Zitat) „So vergingen die nächsten Tage und Wochen…“
„Seit ich den Prolog gelesen habe…“ „Woche für Woche fiel mir eine neue Ausrede ein…“ „Mich vor dem Weiterlesen zu drücken…“ Aber heute habe ich es endlich geschafft und das ist jetzt meine ureigene Meinung zu einer Erzählung nach einer wahren Geschichte. Meine Großmutter, Jahrgang 1904, und meine Mutter, Jahrgang 1927, haben mir, Jahrgang 1955, ähnliches zu berichten gehabt. Ich dachte schon manchmal daran, alles in ein Buch zu packen. Das „Dritte Reich“ – man sollte es nie vergessen und vor allem nie wiederholen. Doch wohin gehen wir heute? Besonders, wohin gehen unsere Kinder heute? Treiben wir, bzw. die heutige Regierung nicht in eine ähnliche Epoche? Ich werde es hoffentlich nicht mehr erleben!! Warum denn immer die „Alten Kamellen“ hervorkramen, wenn doch heute keiner den Schneid besitzt, oder so viel Arsch in der Hose hat, durch sinnvolles Tun die Zukunft unserer Kinder zu schützen!!!!!

Jens Bergmann 12.02.2021
3/5

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