Udo Kübler – Die grosse Ensaimada

Buchtipp Nr. 693

Udo Kübler – Die grosse Ensaimada

Jonathan Simpson ist eigentlich eine dieser geschmeidigen Stahlratten, die sich im Dschungel der Großstadt mit traumwandlerischer Sicherheit bewegen. Wie geschaffen also, für den Job eines Privat-Detektivs in Alcúdia, der dampfenden Metropole im Norden Mallorcas, in einer nicht allzu fernen Zukunft. Dann aber empfängt sein Haus einen fragmentierten Anruf von irgendwo außerhalb der Erde, dass „die große unsere Enseimada“ in Gefahr sei und man deswegen die Hilfe Jonathan Simpsons beanspruchen wolle.

Zuerst vermutet Jonathan ja, bei dem Anrufer handle es sich wohl um „irgendeine Bäckerinnung oder so“. Doch sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine ganz große Sache handelt. Eine ganz, ganz große Sache sogar. Eine Sache, die sogar mehr als ein paar Nummern zu groß für ihn ist. Dummerweise aber liegt das Honorar für den Fall bei immerhin € 37 Mio. Zu viel, um ihn einfach links liegen zu lassen.

Und so stürzt er sich kopfüber in einen Fall, der ihn in überraschende, teilweise sehr skurrile Situationen und mit einigen sehr merkwürdigen, aber mithin auch bemerkenswerten Personen in Kontakt bringt – und ihn am Ende gar bis ins Paradies führt. Und erstmals begegnen wir dem SPIEL…

Die grosse Ensaimada

vollau - Kauftipps

Udo Kübler

wurde 1951 in Heidelberg geboren. Im Hauptberuf ist er Inhaber und CEO einer Werbeagentur mit knapp 50 festangestellten Mitarbeitern. In seiner Freizeit schreibt er seit vielen Jahren Geschichten und Erzählungen. Sein Schreibstil unterscheidet sich grundsätzlich dadurch von den gängigen, dass sich bei ihm die Handlung absolut spontan aus der jeweiligen Situation und den Eigenschaften der gerade agierenden Personen ergibt. Im Gegensatz zu geplanten und konstruierten Plots, in denen in der Regel zumindest der Anfang und das Ende für den Autor feststehen und meist sogar der Weg dazwischen weitgehend mit Zwischenstationen festgelegt wurde, simuliert DIRECT STORYTELLING, wie Udo Kübler seinen Stil genannt hat, die Gegebenheiten des wirklichen Lebens. Denn auch im wirklichen Leben planen wir zwar allenthalben und bemühen uns bestimmte Ziele zu erreichen. Dabei werden wir aber in jedem Augenblick von unzähligen Personen, Geschehnissen und Gegebenheiten beeinflusst, die – außerhalb unseres Einflussbereichs – den Dingen ganz unerwartete Wendungen geben. Oder, um es ganz einfach zu sagen: Klar und festgelegt sind lediglich die Kulisse und die Beteiligten der Eingangsszene. Aber schon nach wenigen Sätzen, spätestens aber auf Seite 2, entwickelt sich alles ganz spontan aus dem Moment heraus. Die Kulisse Mallorcas, wo er 1989 in der Nähe Alcúdias ein Haus gekauft hatte, inspirierte Udo Kübler zu seinen Erzählungen von Jonathan Simpson – einem dem Autor nicht unverwandten Charakter -, der sich, in unterschiedlichen Professionen und zu unterschiedlichen Zeitrechnungen, als Gast in dem Haus in Bonaire aufhält und die aberwitzigsten Dinge erlebt. Und der sich – als wohl einziger Protagonist überhaupt – nach jedem überstandenen Abenteuer mit seinem Autor in dieser seltsamen Bar “Thelma’s” trifft, um mit ihm über den Sinn und Unsinn der jeweiligen Geschichte zu streiten. Na ja, sagen wir lieber, zu debattieren … Ein gewisser Bruch stellt sich mit der Serie „Die Mission“ ein. Deren 1. Band „KAMPFENGEL“ war ursprünglich als Kurzgeschichte geplant. Bereits auf Seite 24 aber ahnte der Autor, dass in diesem Thema mehr steckte und schrieb einfach weiter. Und nach etwa 530 Normseiten war klar, dass da noch einige Bände folgen mussten. Aufgrund des beachtlichen Umfangs des „KAMPFENGEL“, verzichtete Kübler auf den Anhang „THELMA‘s“. Ebenso verzichtete er weitgehend auf Bezüge zu Mallorca, sondern zeichnete das Szenario einer klassischen Space Opera, bei der heldenhafte Charaktere, dem Guten zum Sieg über einen übermächtigen Feind verhelfen … Sollten die Leser auch künftig auf die angeregten Debatten zwischen Autor und Protagonist nicht verzichten wollen, besteht die Möglichkeit eines speziellen „THELMA‘s“, außerhalb der Serie.

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