Udo Kübler – KAMPFENGEL

Buchtipp Nr. 487

Udo Kübler – KAMPFENGEL

Die DANZIGER-IHNGA, eine der drei berüchtigtsten Routen der zivilen Raumfahrt. Auf ihr liegen ausschließlich trostlose Planeten, auf denen es nichts gibt, außer Erzen, seltene Erden und Rohstoffe von teils unschätzbarem Wert.
Die paar Menschen, Puktckhs, Monchabier, die sich, mit noch einigen anderen Aliens, hier zwischen den zahllosen Robots und Cyborgs rumtreiben, haben nicht viel Auswahl, um sich die Zeit zu vertreiben. Sie hängen in Bars und Spelunken ab, besaufen sich, brechen mal den ein oder anderen Streit vom Zaun und schieben sich in Restaurants, die diesen Namen nicht verdienen, mehr oder weniger Essbares zwischen die Zähne. Oder sie vergnügen sich in einem dieser unzähligen Puffs, die es hier in jedem Kaff gibt …
Genau die richtige Kulisse für Jonathan Simpson, der hier als berufsmäßiger Held, mit seinem Auftraggeber auf der Suche nach der entführten Griselda ist. Dieser Auftraggeber, ein kleiner, ziemlich mickriger Typ, mit dem aufgeblasenen Namen Meredith de Falcone y Quastel, redet gerne ziemlich geschwollen daher und mag es gar nicht, auf seine dürftige Statur angesprochen zu werden. Er droht jedem Prügel an, der es dennoch tut. Mit dem Ergebnis …
Na ja, lesen Sie doch einfach das schmale Bändchen, mit knapp 500 Seiten, in dem es nur scheinbar darum geht, wer die ›holde Griselda‹ – wie der kleine Falcone seinen Augenstern nennt –, entführt hat oder was er mit ihr vorhat. Denn mit der Zeit wird immer klarer, dass da eine Sache von ultimativer Bedeutung dahinter steckt. Eine Sache, bei der es schlicht um ALLES geht …

KAMPFENGEL

Udo Kübler

wurde 1951 in Heidelberg geboren. Im Hauptberuf ist er Inhaber und CEO einer Werbeagentur mit knapp 50 festangestellten Mitarbeitern. In seiner Freizeit schreibt er seit vielen Jahren Geschichten und Erzählungen. Sein Schreibstil unterscheidet sich grundsätzlich dadurch von den gängigen, dass sich bei ihm die Handlung absolut spontan aus der jeweiligen Situation und den Eigenschaften der gerade agierenden Personen ergibt. Im Gegensatz zu geplanten und konstruierten Plots, in denen in der Regel zumindest der Anfang und das Ende für den Autor feststehen und meist sogar der Weg dazwischen weitgehend mit Zwischenstationen festgelegt wurde, simuliert DIRECT STORYTELLING, wie Udo Kübler seinen Stil genannt hat, die Gegebenheiten des wirklichen Lebens. Denn auch im wirklichen Leben planen wir zwar allenthalben und bemühen uns bestimmte Ziele zu erreichen. Dabei werden wir aber in jedem Augenblick von unzähligen Personen, Geschehnissen und Gegebenheiten beeinflusst, die – außerhalb unseres Einflussbereichs – den Dingen ganz unerwartete Wendungen geben. Oder, um es ganz einfach zu sagen: Klar und festgelegt sind lediglich die Kulisse und die Beteiligten der Eingangsszene. Aber schon nach wenigen Sätzen, spätestens aber auf Seite 2, entwickelt sich alles ganz spontan aus dem Moment heraus. Die Kulisse Mallorcas, wo er 1989 in der Nähe Alcúdias ein Haus gekauft hatte, inspirierte Udo Kübler zu seinen Erzählungen von Jonathan Simpson – einem dem Autor nicht unverwandten Charakter -, der sich, in unterschiedlichen Professionen und zu unterschiedlichen Zeitrechnungen, als Gast in dem Haus in Bonaire aufhält und die aberwitzigsten Dinge erlebt. Und der sich – als wohl einziger Protagonist überhaupt – nach jedem überstandenen Abenteuer mit seinem Autor in dieser seltsamen Bar “Thelma’s” trifft, um mit ihm über den Sinn und Unsinn der jeweiligen Geschichte zu streiten. Na ja, sagen wir lieber, zu debattieren … Ein gewisser Bruch stellt sich mit der Serie „Die Mission“ ein. Deren 1. Band „KAMPFENGEL“ war ursprünglich als Kurzgeschichte geplant. Bereits auf Seite 24 aber ahnte der Autor, dass in diesem Thema mehr steckte und schrieb einfach weiter. Und nach etwa 530 Normseiten war klar, dass da noch einige Bände folgen mussten. Aufgrund des beachtlichen Umfangs des „KAMPFENGEL“, verzichtete Kübler auf den Anhang „THELMA‘s“. Ebenso verzichtete er weitgehend auf Bezüge zu Mallorca, sondern zeichnete das Szenario einer klassischen Space Opera, bei der heldenhafte Charaktere, dem Guten zum Sieg über einen übermächtigen Feind verhelfen … Sollten die Leser auch künftig auf die angeregten Debatten zwischen Autor und Protagonist nicht verzichten wollen, besteht die Möglichkeit eines speziellen „THELMA‘s“, außerhalb der Serie.

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